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Frühkritik | Beitrag vom 15.02.2018

Film der Woche: "Shape of Water" Ein unorthodoxes Fantasy-Märchen

Von Anke Leweke

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Filmstill aus "Shape of Water" von Guillermo del Toro, hier eine Szene mit Sally Hawkins (Imago /ZUMA Press)
Filmstill aus "Shape of Water" von Guillermo del Toro, hier eine Szene mit Sally Hawkins (Imago /ZUMA Press)

In einem geheimen Militärlabor wird ein Monster vom Amazonas in einem Tank festgehalten, ein eigensinniges Trio an Rettern freundet sich mit ihm an und will es schließlich befreien. Regisseur Guillermo del Toro erzählt eine Monster-, eine Fantasy- und eine Liebesgeschichte zugleich.

Worum es geht:

Ort der Handlung ist ein verfremdetes Amerika, eine Fantasiestadt in den sechziger Jahren. Dort arbeitet seine Heldin, die stumme Putzfrau Elisa, in einem geheimen Militärlabor. In einem der Kellerräume wird ein Monster vom Amazonas in einem Wassertank festgehalten. Das schillernde Schuppenwesen hat einen menschenähnlichen Körper mit Kiemen und wird von einem abgründigen CIA-Agenten gequält. Heimlich nimmt die junge Putzfrau Verbindung mit dem fremden Wesen auf, bringt ihm Nahrung, spielt ihm Musik vor und bringt ihm eine Gestensprache bei. Sally Hawkins spielt Elisa mit einer Mischung aus Grazie und bezauberndem Eigensinn. Gemeinsam mit ihrem Nachbarn, einem schwulen erfolglosen Grafiker, und ihrer besten Freundin, der schwarzen Putzfrau Zelda, verbündet sich Elisa zu einer unorthodoxen Gang zur Befreiung des Fremdlings.

Das Besondere:

Schon in ihren Anfängen teilte sich die Filmgeschichte in zwei Richtungen: Auf der einen Seite die Regisseure, die die Welt dokumentieren, festhalten, abbilden wollen, und auf der anderen Seite die Erfinder fantastischer Universen und Geschichten. Der Mexikaner Guillermo del Toro verbindet beides: In seinen Filmen erschafft er eigene Welten, die unsere ganz reale Gegenwart spiegeln, enthalten, weiter erzählen. So auch in seinem Fantasy-Märchen "Shape of Water".

Die Bewertung:

"Shape of Water" ist ein Fantasyfilm, eine Liebesgeschichte, eine Hommage an das liebevoll ausgestattete alte Hollywood-Kino - und ein Monsterfilm, in dem das Monster weit weniger monströs ist als die Menschen, die es gefangen halten. Es geht um die alte und neue Angst vor dem Fremden, um Rassismus und und Homophobie. Aber auch um die Kraft und Poesie der Gefühle.

"Shape of Water"
USA, 2017
Regie: Guillermo del Toro
Mit Sally Hawkins, Octavia Spencer, Michael Shannon, Richard Jenkins
123 Minuten, FSK: frei ab 16

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