Seit 00:00 Uhr Nachrichten
Donnerstag, 23.09.2021
 
Seit 00:00 Uhr Nachrichten

Kompressor | Beitrag vom 05.05.2020

Europäischer Protesttag zur GleichstellungBehinderte Menschen sichtbar machen

Judyta Smykowski im Gespräch mit Anke Schaefer

In einem Fenster des Livestreams spricht eine Frau, darunter sieht man eine Gebärdendolmetscherin und ein Fester mit Untertiteln. (Screenshot Youtube/AbilityWatch)
Mit Untertiteln und Gebärdensprachdolmetscherin: Der inklusive Livestream zum Protesttag. (Screenshot Youtube/AbilityWatch)

Der 5. Mai ist Europäischer Protesttag zur Gleichstellung. Unter dem Motto „Behinderung macht #UNsichtbar“ tragen Aktivisten ihr Anliegen in die Öffentlichkeit. Die Forderungen seien immer noch drängend, meint die Journalistin Judyta Smykowski.

Die Aktivistinnen und Aktivisten hatten sich den heutigen "Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung" sicher anders vorgestellt – mit Protesten und Kundgebungen in der Öffentlichkeit. Wegen des Coronavirus mussten sie ihre Aktivitäten jedoch ins Netz verlegen.

Unter dem Motto "Behinderung macht #UNsichtbar" wollen sie in einem Livestream die Stimmen zahlreicher behinderter Menschen hör- und sichtbar machen. Moderiert wird er von den Aktivisten Raul Krauthausen und Constantin Grosch.

Eine Forderung: Privatwirtschaft soll barrierefrei werden

"Eine sehr, sehr gute Sache", findet Judyta Smykowski. Sie sitzt selbst im Rollstuhl und schreibt und spricht über Behinderung als Journalistin und Podcasterin für "Leidmedien" und die "tageszeitung". "Da muss man natürlich auch bei den ganzen Livestreams – auch von Künstlerinnen daran denken, dass auch taube Menschen teilhaben können und dass es da Gebärdensprachdolmetschung gibt." Diese sei zusammen mit Untertiteln sehr wichtig. Anders als viele andere Livestreams in diesen Tagen bietet der Stream zum Aktionstag beides.

Die Forderungen, die in dem Stream gestellt werden, seien nicht neu, sagt Smykowski, aber immer noch drängend – wie die Verpflichtung der Privatwirtschaft, es den öffentlichen Behörden nachzumachen und barrierefrei zu werden: "Da muss man sich immer wieder fragen: Wo trinkt man seinen Kaffee – im Café, im Restaurant oder halt auf dem Amt."

Behinderte Menschen in den politischen Prozess einbeziehen

Behinderte Menschen müssten zudem sehr darauf achten, in der Diskussion um aktuelle Gesetzesvorhaben Stellung beziehen zu können – "denn sie werden nicht automatisch gefragt".

Es müsste sich etwas an den Strukturen ändern, fordert Smykowski: "Wir müssen Repräsentanz haben von Menschen mit Behinderung, und es darf nicht sein, dass man ständig auf der Hut sein muss, dass da jetzt gravierende Folgen kommen für unser ganzes Leben und wir das nur mitbekommen, wenn wir uns wirklich aktivistisch dafür einsetzen und auch Juristinnen mit Behinderung da mit einbeziehen." Diese sollten von Anfang an in den entsprechenden Gremien beratend einbezogen werden.

(sed)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur