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Breitband | Beitrag vom 02.02.2019

Ethik in der Künstlichen IntelligenzMoral für Maschinen?

Philip Banse im Gespräch mit Judith Simon, Stefan Ullrich und Matthias Spielkamp

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Bunte Spielzeugroboter in einem Schrank (Photo by Craig Sybert on Unsplash)
The Good, the Bad and the Ugly? Wie bringen wir Maschinen Ethik und Moral bei? (Photo by Craig Sybert on Unsplash)

Moral und Ethik sind schon für den Menschen ein schwieriges Thema. Jetzt sollen wir diese auch noch Maschinen beibringen. In dieser Ausgabe von Breitband diskutieren wir darüber, wie das gehen soll und warum es so wichtig ist.

Dass Künstliche Intelligenz eine der Technologien sein wird, die auf die jetzige und zukünftige Gesellschaft einen enormen, vielleicht sogar den größten Einfluss haben werden, darüber ist sich mittlerweile der Großteil der Experten einig. Doch immer wieder wird auch gewarnt, dass es tatsächlich so kommen könnte, wie all die dystopischen Szenarien aus der Science Fiction es beschreiben. Geschichten, in denen Maschinen die Herrschaft übernehmen und uns Menschen entmündigen, in denen Maschinen nach ihrer Programmierung zwar korrekt handeln, doch sie sich damit entgegen menschlicher Moral und Werte verhalten.

Deswegen reden jetzt alle darüber, wie Ethik all diese großen und kleinen Künstlichen Intelligenzen, die jetzt und zukünftig unser Leben mitbestimmen, in unserem Sinne an die Kette legen sollen. 

Lehrstühle, Gremien und Kommissionen

Erst in der vergangenen Woche kündigte beispielsweise Facebook an, an der TU München mit mehreren Millionen Euro einen Lehrstuhl für Ethik in der Künstlichen Intelligenz finanzieren zu wollen. Und es gibt zahllose weitere Gremien, Gruppen und Kommissionen, die sich dem Thema widmen: So arbeiten Experten im Auftrag der EU-Kommission aktuell an ethischen Leitlinien für Künstliche Intelligenz, die bis März vorliegen und Teil der KI-Strategie der Kommission werden sollen, während parallel von der Bundesregierung das Thema in der Datenethikkommission sowie der Enquetekommission zu Künstlicher Intelligenz mitverhandelt wird.

Philip Banse diskutiert mit folgenden Gästen:
- Judith Simon, Professorin für Ethik in der IT und Philosophie an der Universität Hamburg
- Stefan Ullrich, Forschungsgruppe "Verantwortung und das Internet der Dinge"
- Matthias Spielkamp, Gründer von Algorithmwatch

Drei Männer sitzen in einem Radiostudio und schauen in die Kamera. Sie diskutieren über Künstliche Intelligenz.Moderator Philipp Banse diskutiert mit Judith Simon (nicht im Bild), Matthias Spielkamp (rechts) und Stefan Ullrich (links) über Ehtik in der KI.

Zu Beginn des aktuellen Wissenschaftsjahres scheint das Ganze unübersichtlich zu werden. Wer will oder meint nun eigentlich was, wenn er über Ethik in der Künstlichen Intelligenz spricht? Helfen Lobbyverbände wie die "Partnership on AI"? Und wo bleibt eigentlich die Zivilgesellschaft, die zwar die Geräte nutzt, immer mehr nutzen wird und muss, doch nur wenig Einsicht und Verständnis für die dahinterliegende Technik hat.

Welche Moral ist die richtige für Maschinen?

Das nehmen wir zum Anlass, die Diskussion einmal ein wenig zu ordnen: Vor welche besonderen Probleme stellen Künstliche Intelligenz und die algorithmische Entscheidungsfindung uns eigentlich? Wo muss wie eingegriffen werden, um ethische Grundsätze einzuhalten – und welche eigentlich? An welchen Punkten hat die aktuelle Debatte Substanz und wo dient die Debatte als Feigenblatt, um sich vor der eigenen/eigentlichen Verantwortlichkeit zu drücken?

Moderation: Philip Banse
Redaktion: Meike Laaff und Jana Wuttke
Webredaktion: Jochen Dreier

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