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Tonart | Beitrag vom 18.07.2019

Diskriminierung auf dem Splash-FestivalRassistischer Vorfall heruntergespielt

Azadê Peşmen im Gespräch mit Martin Böttcher

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Blick auf eine Bühne des Splash-Festivals. Eine Menge an Menschen steht davor, im Hintergrund ist ein Tagebaubagger zu sehen. (picture alliance / dpa / Alexander Prautzsch)
Unter Kritik: Auf dem Splash-Festival sollen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma einen anderen Angestellten rassistisch beleidigt haben. (picture alliance / dpa / Alexander Prautzsch)

Das Selbstbild der Hip-Hop-Szene ist antirassistisch. Doch beim Splash-Festival am vergangenen Wochenende wurde ein Mitarbeiter nach eigenen Aussagen rassistisch beleidigt und bedroht – von anderen Angestellten.

Am vergangenem Wochenende fand das größte Hip-Hop-Event in Deutschland statt: das "Splash Festival" nahe Gräfenhainichen, wo jedes Jahr Größen aus der deutschsprachigen und internationalen Rap-Szene auftreten. 30.000 Besucherinnen und Besucher besuchten das Festival.

Die Betreiber haben nun Bilanz gezogen und die fällt in diesem Jahr nicht nur positiv aus. Auf der Website ist von Sexismus und krimineller Energie die Rede – und von Leuten mit "rechter Gesinnung", die vom Splash-Festival selbst engagiert worden sein sollen.

Verantwortliche empfahlen "wegzusehen"

Dabei handele es sich um Mitarbeiter eines externen Dienstleistungsunternehmens, wie Journalistin Azadê Peşmen im Gespräch erklärt. Bei ihren Recherchen habe sie herausgefunden, dass ein Mensch, der als Security auf dem Festival arbeitete, von Mitarbeitern eines anderen Unternehmens rassistisch beleidigt worden sei. Konkret ginge es dabei um einen Vorfall in einem Shuttle-Bus, in dem der Mitarbeiter als "Kanake" beschimpft und anschließend bedroht worden sei, wie Peşmen berichtet.

Der Vorfall sei an den Bereichsleiter und dann auch an den Einsatzleiter gemeldet worden. Außerdem wurde sie über Nazi-Tattoos und Kleider der bei Faschisten beliebten Marke "Thor Steinar" informiert, die bei Mitarbeitern der Sicherheitsfirma gesehen wurden. Die Reaktion sei abwehrend gewesen: So sei empfohlen worden, "wegzusehen". Außerdem sei der Vorfall als "Streit unter Kollegen" abgetan worden, wie Peşmen von ihren Recherchen berichtet.

Veranstalter hat keine Zeit für Interview

Das betreffende Unternehmen stelle auf vielen Festivals die Infrastruktur: von der Technik, den Bühnen bis hin zum Personalservice. Dazu werden auch kleinere Firmen als Subunternehmer engagiert. Auch bei dem am kommenden Wochenende stattfindenden Melt-Festival kommt das Unternehmen zum Einsatz.

Vom Splash-Festival gibt es bisher ein Statement, in dem sich die Organisatoren von Rassismus und Sexismus distanzieren. Für ein Interview habe der Veranstalter keine Zeit gehabt, so Peşmen. Und der große Dienstleister habe bis Redaktionsschluss auf eine Anfrage nicht reagiert.

(rzr)

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