Die Rückkehr auf die blutgetränkte Erde

Teilnehmer des dritten Kongresses jüdischer DP's (Displaced Persons) in der amerikanischen Zone Deutschlands am 30. März 1948 in Bad Reichenhall. © picture alliance / dpa / DENA
Atina Großmann im Gespräch mit Joachim Scholl · 19.11.2012
Nur wenige Deutsche hätten den Juden gegenüber nach dem Zweiten Weltkrieg ein Schuldbewusstsein gehabt, sagt die US-Historikerin Atina Großmann. Dennoch hätten sich Juden und Deutsche in der frühen Nachkriegszeit arrangiert und zumindest pragmatisch zusammengelebt.
Jochim Scholl: Atina Großmann ist Jahrgang 1950, in den USA einen bekannte Historikerin, Professorin für Moderne Deutsche und Europäische Geschichte. Sie hat sich auf dem Gebiet der Gender Studies einen internationalen Namen gemacht und für ihre Erforschung deutsch-jüdischer Geschichte. Ihr Buch "Juden, Deutsche, Alliierte. Begegnungen im besetzten Deutschland" wurde in den USA mehrfach ausgezeichnet, jetzt ist die Arbeit endlich auch auf Deutsch erschienen. Herzlich willkommen im Deutschlandradio Kultur, Atina Großmann!

Atina Großmann: Ja, ich freue mich!

Scholl: Sie sind Tochter jüdischer Emigranten, ...

Großmann: Stimmt!

Scholl: ... die dem Holocaust gottlob entkommen sind. Ihr Großvater hat in Deutschland überlebt. War dieser biografische Hintergrund Ihrer Familie der Anlass, einmal zu fragen, wie das so war mit den Juden und Deutschen direkt nach 1945 in Deutschland?

Großmann: Das hat sicherlich was damit zu tun, aber es hat also in meiner professionellen und intellektuellen Biografie recht lange gedauert, bis ich mich mit dem Thema direkt beschäftigt habe. Und das kam, glaube ich, auch aus meinem Interesse an dieser Frage, warum und wie kam es, dass die Deutschen sich als Opfer verstanden haben nach dem Krieg? Und dann wollte ich mal fragen nach den Opfern der Deutschen.

Das komplette Interview mit Atina Großmann können Sie im Radiofeuilleton - Thema nachlesen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.
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