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Literatur | Beitrag vom 13.06.2021

Die Literaturkritik in der KritikWer bespricht wen?

Moderation: Christine Watty

Eine schwarze Brille liegt auf einem Stapel aufgeschlagener Bücher. (Unsplash / Tamara Gak)
Online-Bewertungen und Social-Media-Kanäle fordern die klassische Literaturkritik des Feuilletons heraus. (Unsplash / Tamara Gak)

Literaturkritik gibt es im Feuilleton und im Netz. Grün sind sich ihre Exponenten nicht immer. „Elektronisches Stammtischgeschnatter“ nannte Sigrid Löffler die Konkurrenz, die sich als moderner und aufgeschlossener begreift. Eine Debatte.

Die Literaturkritik in Printmedien, Radio und Fernsehen hat seit einer Weile Konkurrenz: Jede Menge persönlicher Buchempfehlungen von Leserinnen und Lesern finden sich samt kurzer "Rezi" auf Verkaufsportalen im Internet. Nicht selten widersprechen sie dem Urteil der professionellen Expertinnen und Experten.

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Manche erfinden auf Social-Media-Kanälen wie Instagram und TikTok neue Formen der Beurteilung von Büchern, mit denen sie andere, jüngere und diversere Gruppen ansprechen als das klassische Feuilleton.

Strukturen, Strukturen

Das macht ja nichts, könnte man sagen und zur friedlichen Koexistenz aufrufen. Doch müsste die Literaturkritik nicht auf diese Konkurrenz reagieren? Sollte sie sich nicht herausgefordert fühlen und in Tonfall, Argumentation und Länge Neues ausprobieren? Und nicht zuletzt neue Stimmen integrieren?

Nach der Bekanntgabe der 15 Nominierten zum "Preis der Leipziger Buchmesse 2021" hagelte es Kritik: Unter den Nominierten befänden sich "keine Schwarzen Autor:innen und Autor:innen of Colour", und das liege an den sie ausschließenden institutionellen Strukturen des Literaturbetriebs. Es war nicht das erste Mal, dass sich die klassische Literaturkritik fragen lassen musste, ob sie einen zu gleichförmigen Blick auf die Welt der Bücher wirft.

Wie geht es weiter mit der Literaturkritik? Thea Dorn (Literarisches Quartett), Jörg Magenau (freier Kritiker) und Johannes Franzen (54books.de) sprechen mit Christine Watty.

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