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Stunde 1 Labor | Beitrag vom 01.09.2019

Der Maler Felix Becker - Folge 1Porträt des Künstlers als junger Student

Von Susanne Burg und Thorsten Jantschek

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Susanne Burg mit Felix Becker vor einem Werk bei der Präsentation der künstlerischen Arbeiten. (Deutschlandradio/ Thorsten Jantschek)
Susanne Burg im Gespräch mit Felix Becker beim „Rundgang“ in der Universität der Künste Berlin, Juli 2019. (Deutschlandradio/ Thorsten Jantschek)

Felix Becker studiert an der Universität der Künste in Berlin. Doch längst bestreitet er Galerieausstellungen und nimmt international an Kunstmessen teil. Findet er seinen Weg ins System der Kunstwelt? Wir wollen ihn einige Jahre begleiten. Dies ist die erste Folge einer Langzeitstudie.

Wir haben Felix Becker und seine Malerei in einem temporär leergeräumten Lagerraum eines Weinladens kennengelernt, einem typischen Berliner Offspace. Und waren begeistert von diesen abstrakten, stets in einer Grundfarbe gehaltenen Bildern, die eine ganz eigentümliche Faszination auf uns ausübten. Ein Student – Jahrgang 1987 – der schon ausstellt, sogar eine Galerie in den USA hat: Maus Contemporary in Birmingham (Alabama). Schnell werden wir uns einig, ihn die nächsten Jahre zu begleiten, auch um die Mechanismen des Kunstmarktes zu verstehen und zu sehen, wie eine Karriere beginnen oder vielleicht sogar scheitern kann.

"Jeder kommt hier hin und möchte irgendetwas erreichen"

Wir treffen ihn in seinem Atelier in der Universität der Künste in Berlin, lassen uns erklären, wie er arbeitet, wie seine Kunst entsteht, wie er die Atmosphäre wahrnimmt. "Jeder kommt hier hin", sagt er über die Universität der Künste, "und möchte irgendetwas erreichen. Es ist ein riesiges Gebläse. Ein geschützter Raum sieht anders aus." So lernen wir einen ernsten, sehr reflektierten jungen Künstler kennen, der auf dem Sprungbrett von der Kunsthochschule ins Dasein als freier Künstler steht.

Eine Skulptur von Felix Becker im Raum mit anderen Arbeiten anlässlich des jährlichen Rundgangs an der Universität der Künste. (Deutschlandradio/ Thorsten Jantschek)Präsentation von Felix Becker au: Präsentation von Felix Becker auf der Messe „Paper Positions“ in Berlin, April 2019f der Messe „Paper Positions“ in Berlin, April 2019 (Deutschlandradio/ Thorsten Jantschek)

Auch sein Galerist, Guido Maus, den wir auf der Messe "Paper Positions" in Berlin getroffen haben, ist sich sicher, dass Felix Becker jenseits des Talents eine ganze Menge mitbringt, um im Kunstmarkt bestehen zu können. "Ich glaube", so der Galerist, "das Wort Zuverlässigkeit trifft auf ihn in mehreren Tiefen zu." Es sei eben nicht nur die Zuverlässigkeit, pünktlich zu liefern, sondern eine "Atelierdisziplin". Die Arbeiten, die Becker liefert, seien wirklich fertig, man müsse nicht noch einmal auswählen, sondern könne sich darauf verlassen, dass nichts das Atelier verlässt, dass nicht eine bestimmte hohe Qualität hat.

"Mir geht es darum, eine Welt zu erschaffen"

Und Becker sei auch darin zuverlässig, sich ständig mit neuen Herausforderungen zu konfrontieren und die Betrachter seiner Werke zu überraschen, sogar mit dreidimensionaler Malerei, also Skulpturen aus Papier und Farbe. "Mir geht es sehr stark darum", so Felix Becker selbstbewusst, "eine Welt zu erschaffen. Es geht also um Evolution und da braucht es eben mehr als nur ein Bild. Es muss ein ganzes Habitat entstehen."

Über ein halbes Jahr haben wir Felix Becker begleitet, bei Galerieausstellungen und Messen getroffen, mit ihm in seinem Atelier gesprochen. Und wir werden das weiter tun, solange die Erzählung einer Künstlerkarriere trägt. Fortsetzung folgt!

(Susanne Burg/Thorsten Jantschek)

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