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Tonart | Beitrag vom 11.03.2020

CoronavirusBerliner Philharmoniker spielen Geisterkonzert

Olaf Wilhelmer im Gespräch mit Mascha Drost

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Das Orchester befindet sich auf der Bühne der Berliner Philharmonie, die Ränge sind leer. (imago images / impress picture)
Proben der Berliner Philharmoniker mit Christian Thielemann im Mai 2011: Auch beim nächsten Konzert des Orchesters wird es im Saal kein Publikum geben. (imago images / impress picture)

Das Coronavirus sorgt für Konzerte vor leeren Rängen: Die Berliner Philharmoniker spielen am Donnerstag nur für Radiohörer und ein Internetpublikum. Eine Herausforderung für die Musiker – denn etwas Entscheidendes wird fehlen.

Geisterstädte kennt man aus dem Wilden Westen, durch die Ausbreitung des Coronavirus mittlerweile auch Geisterstadien vom Fußball. Nun folgt, als weitere Maßnahme gegen das Virus, ein Geisterkonzert vor leeren Rängen – nämlich in der Berliner Philharmonie.

In Berlin sind wegen des Virus alle städtischen Bühnen und großen Konzertsäle bis Mitte April geschlossen. Das gilt auch für die Philharmonie. Die Berliner Philharmoniker spielen aber am morgigen Donnerstag dennoch. Doch wozu, wenn keiner zuhört? So einfach ist es nicht: Wir leben nicht nur in Zeiten von Corona, sondern auch in Zeiten digitaler Konzerthallen. Und natürlich gibt es auch immer noch das Radio.

Geisterkonzert in Köln 

Das Konzert des Orchesters unter Leitung von Sir Simon Rattle wird auf der Streamingplattform der Berliner Philharmoniker, der Digital Concert Hall, übertragen, erklärt Musikredakteur Olaf Wilhelmer. Außerdem werde es, wie geplant, um 20:03 Uhr live im Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt. 

Es sei aber nicht das erste derartige Ereignis, sagt Wilhelmer. Schon am Dienstag habe das Gürzenich Orchester Köln in der Kölner Philharmonie ein Geisterkonzert gegeben, das auf der Homepage gestreamt wurde.

Konzertatmosphäre ohne Publikum

Große Orchester wie die Berliner Philharmoniker oder das Gürzenich Orchester Köln seien natürlich besser ausgestattet als kleine Klangkörper. Aber für alle gelte: "Man muss sich jetzt etwas einfallen lassen. Man muss im großen Stil umplanen", sagt Wilhelmer mit Blick auf Veranstalter und Rundfunkanstalten. Dem Rundfunk komme durch die Übertragung von Konzerten eine besondere Rolle zu.

Es sei natürlich traurig, vor leeren Rängen spielen zu müssen. "Aber die Künstler wollen auch zeigen, was sie erarbeitet haben." Dennoch sei es eine Herausforderung, trotz des fehlenden Publikums eine Konzertatmosphäre zu schaffen. Ein Konzert lebe davon, vom Publikum getragen zu werden, von der Interaktion von Musik und Publikum. Er gehe aber davon aus, so Olaf Wilhelmer, dass die Musiker das mit ihrer Professionalität auffangen könnten.

(abr)

Alle Informationen zum Konzert der Berliner Philharmoniker am 12. März 2020 um 20 Uhr und zum Streaming über die Digital Concert Hall finden Sie auf der Webseite des Orchesters

Die Informationen zur Live-Übertragung des Konzerts auf Deutschlandfunk Kultur ab 20:03 Uhr finden Sie auf unserer Webseite.

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