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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 05.12.2014

Constanze Becker"Das Theater ist ein Polyp, der einen befällt"

Die Schauspielerin über die Faszination der Bühne und den Frankfurter Intendanten Oliver Reese

Moderation: Susanne Führer

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(Birgit Hupfeld)
Constanze Becker wurde in der Dokumentation "Die Spielwütigen" bekannt. (Birgit Hupfeld)

Sie wollte schon als 12-Jährige auf die Bühne und gilt heute als eine der besten deutschen Theaterschauspielerinnen: Constanze Becker. Dabei schlüpft sie am liebsten in Rollen, die ihr fremd sind. Darüber und warum Oliver Reese als ihr Intendant in Frankfurt so erfolgreich ist, sprach sie mit Susanne Führer.

Constanze Becker ist eine der großen deutschsprachigen Theater-Schauspielerinnen. Seit Ende 2009 gehört sie zum Ensemble des Schauspiels Frankfurt. Die 36-Jährige wurde als "Beste Schauspielerin" gekürt, erhielt den Gertrud-Eysoldt-Ring sowie den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Kritiker und Publikum schwärmen vor allem von ihrem Spiel in den griechischen Tragödien – Iokaste, Medea, Klytaimnestra –, obwohl Constanze Becker darauf beharrt, sie spiele auch sehr gern Komödien.

Bekannt wurde sie schon als Anfängerin, durch Andres Veiels Langzeit-Dokumentation "Die Spielwütigen"; sie war eine der vier Schauspielschüler, die der Regisseur von der Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule bis zum ersten Engagement begleitet hat. Sie sagt:

"Das Theater ist ein Polyp, der einen befällt und aussaugt." Es sei, von außen betrachtet, ein "sehr asozialer Beruf", der es einem schwer mache, neue Freundschaften zu schließen, wann immer man das Theater wechsle. Doch durch ihre Kinder führe sie dennoch mit ihrem Mann und Kollegen Oliver Kraushaar ein halbwegs normales und geerdetes Leben.

Wie man die Menschen ins Theater lockt

Der Frankfurter Intendant Oliver Reese hatte sie von Berlin an dem Main geholt. Reese, der zum 1. August 2017 das Berliner Ensemble übernehmen soll,  bescherte dem Frankfurter Theater Traum-Besucherzahlen. Wie hat er das geschafft? Constanze Becker sagt:

"Er hat gesagt: 'Ich mache weniger konzeptionelles Theater, sondern ich mache Theater für Leute. Ich möchte gute Unterhaltung machen, ich möchte die Leute ins Theater locken, ich möchte sie verführen, sich gewisse Stoffe anzugucken, gewisse Regisseure kennen zu lernen. Ich glaube, er hat es sehr für die Menschen gemacht - und das kam sehr gut an."

Ob Constanze Becker Reese nach Berlin folgen wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Mehr zum Thema:

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