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Breitband | Beitrag vom 10.10.2020

Breitband SendungsüberblickFake News überall

Moderation: Teresa Sickert und Tim Wiese

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Würfel, die auf der Kippe stehen und sowohl auf "Fact", als auch auf "Fake" landen könnten (imago images / Alexander Limbach)
Gerade in den sozialen Netzen ist es oft nicht leicht, Fakten von Fake News zu unterscheiden. (imago images / Alexander Limbach)

Während des US-Wahlkampfs zirkulieren in den sozialen Medien lauter Falschmeldungen und Halbwahrheiten. Haben die Plattformen aus 2016 gelernt? Außerdem: mangelnde Kontrolle bei Software-Exporten und der Umgang der Medien mit Trumps Covid-Erkrankung.

Als Donald Trump 2016 zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, ernteten die sozialen Netzwerke viel Kritik. Gerade Facebook und Twitter seien durch die dort verbreiteten Desinformationen und Beeinflussung – teils aus dem Ausland – mitverantwortlich für eine chaotische Wahl gewesen. Andere gehen so weit zu sagen, dass die Plattformen durch ihre Zurückhaltung in Moderationsfragen einen Einfluss auf das Wahlergebnis gehabt haben könnten.

Jetzt stehen wir kurz vor einer neuen Wahl und wieder verbreitet sich Desinformation im Netz. Zwar haben Plattformen wie Twitter, Facebook, Instagram und TikTok Maßnahmen eingeführt, um Falschmeldungen zu sperren oder irreführende Informationen in einen Kontext zu stellen, doch fragen sich viele Kritikerinnen und Kritiker, ob das genug ist, um eine Wahlbeeinflussung zu vermeiden.

Einer von ihnen ist Thomas Ammann. Der Journalist und ehemalige stellvertretende Chefredakteur des "Stern" hat sich in seinem neuen Buch "Die Machtprobe" kritisch mit der Rolle von Facebook und Co. beschäftigt. Mit ihm sprechen wir über die Maßnahmen der sozialen Medien und warum ihre Macht in seinen Augen eine Gefahr darstellt.

Trumps Covid-19-Erkrankung und die Medien

Vergangene Woche wurde bekannt, dass US-Präsident Donald Trump an Covid-19 erkrankt ist. Die Reaktionen haben gezeigt, wie stark das Vertrauen der Medien in das Weiße Haus erschüttert ist: In den ersten Stunden war man sich nicht einmal sicher, ob die Infektion tatsächlich real ist. Später hatten Journalistinnen und Journalisten Probleme zu erfahren, wie schwer Trump wirklich infiziert war und welche Behandlungen er bekam – und berichteten über die widersprüchlichen Aussagen der Ärzte.

Aus Mangel an glaubwürdigen Quellen fiel es ihnen sichtlich schwer, den Gesundheitszustand des Präsidenten korrekt einzuschätzen. Zu oft wurde die Presse in den vergangenen vier Jahren mit unzuverlässigen Informationen versorgt. Tobi Müller wirft einen Blick auf die absurd-bedenklichen Ereignisse der vergangenen Woche.

Europäische Software-Exporte und Menschenrechtsverletzungen

Immer, wenn Waffenexporte in nicht-demokratische Staaten genehmigt werden, ist ein lauter Aufschrei zu vernehmen. Wenn aber europäische Unternehmen zum Beispiel Überwachungssoftware an autoritäre Regime exportieren, bleibt das oft unbeachtet.

Ein Problem, das die EU jetzt mit einer Reform in den Griff bekommen will. Im September haben sich Parlament, Kommission und Ministerrat auf Details bei der Exportkontrolle geeinigt. Herausgekommen ist eine verwässerte Richtlinie, die nicht einmal die deutsche Industrie will, wie Anna Loll berichtet.

Das Team

Moderation: Teresa Sickert und Tim Wiese
Redaktion: Nora Gohlke, Jochen Dreier und Jana Wuttke
Vorsetzer: Felix Wessel
Medien und Meinungen: Tobi Müller
Netzkultur: Anna Loll
Webredaktion: Hagen Terschüren

(hte)

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