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Interview | Beitrag vom 11.01.2019

50 Jahre "Brigitte-Diät" Und jährlich grüßt der Jo-Jo-Effekt

Maike Ehrlichmann im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Screenshot einer Artikelübersicht auf brigitte.de mit verschiedenen Diäten (brigitte.de/Screenshot: Deutschlandradio)
Abnehmen: ein heißes Thema auf brigitte.de. (brigitte.de/Screenshot: Deutschlandradio)

Seit 50 Jahren beginnt das neue Jahr mit der aktuellen Brigitte-Diät. Die Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann würdigt zwar die innovativen Anfänge der Reihe, empfiehlt aber vor allem auf die eigenen Körpersignale zu achten.

Die Brigitte-Diät zählt zu den bekanntesten Ernährungstipps und startete vor 50 Jahren. Seither gibt es immer zum Anfang des Jahres eine neue Diät in der Frauenzeitschrift "Brigitte". Angeboten werden immer Rezepte für zwei Wochen, die dann beliebig wiederholt werden können. Als sehr kalorienreduziert, beurteilte die Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann die "Brigitte-Diät" im Deutschlandfunk Kultur. "Es geht also darum, möglichst wenig zu essen", sagte sie zu den empfohlenen 1000 bis 1400 Kalorien. 

Im Überfluss ging das Maß verloren 

Im Rückblick auf das Entstehungsjahr 1969 erinnerte Ehrlichmann daran, dass sich das Schönheitsideal mit den Menschen verändert habe. "Es war die Zeit, wo es gerade anfing mit dem Überfluss." Die Menschen seien damals froh gewesen, dass sie sich leisten konnten, ordentlich Butter ins Essen zu tun und ein gutes Stück Fleisch zu haben. "Da wurde irgendwann gesamtgesellschaftlich das Maß verloren und die Leute haben zugenommen, zugenommen, zugenommen." Dadurch sei der Wunsch aufgekommen, zu sagen, "schlank ist schön".  

Das britische Topmodel Twiggy posiert bei einem Fotoshooting. (dpa /  UPI )Twiggy, das "Gesicht der Swinging Sixties" verkörperte ein ganz neues, überschlankes Schönheitsideal. (dpa / UPI )

Die "Brigitte" habe eine der ersten Diäten angeboten. Seither habe das jeder im Ohr und das werde von Generation zu Generation weitergegeben. "Sie war wirklich innovativ." Mit ihr seien neue Geschmackseindrücke und Lebensmittel aufgekommen. So habe man plötzlich mal Paprika und anderes rohes Gemüse gegessen. Außerdem gelte die Brigitte-Diät bis heute als praxisnah und alltagstauglich. Ihre Zutaten gebe es im normalen Supermarkt.

Und heute?

Heutzutage sei sie allerdings nichts Besonderes mehr, sagte die Ernährungswissenschaftlerin. "Nur weil man sich eine Weile an bestimmte Regeln hält, heißt das nicht, dass man eine Lösung hat für sein Übergewicht", kritisierte sie. Das Übergewicht entstehe auch nicht nur zwischen Weihnachten und Neujahr, sondern über längere Zeit. Dadurch, dass die Brigitte-Diät so stark kalorienreduziert sei, fördere sie das Risiko, dass es hinterher mit dem "Jojo-Effekt" wieder richtig hoch gehe.   

Als Ernährungswissenschaftlerin empfehle sie statt solcher Diäten, die langfristig wenig helfen und das Essverhalten sogar stören könnten, lieber intuitiv zu essen. Es gehe dabei darum zu sagen, was man wirklich will und was einem gut tut. "Das heißt, auf die Körpersignale zu hören." Eine Pariser Studie habe 2016 gezeigt, dass diejenigen schlanker seien, die auf ihre körpereigenen Signale hörten.

(gem)

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