Seit 06:05 Uhr Studio 9

Samstag, 19.10.2019
 
Seit 06:05 Uhr Studio 9

Studio 9 | Beitrag vom 20.08.2018

Zum 70. von Robert Plant Hardrocker, der immer noch an die Liebe glaubt

Von Thomas Spickhofen

Podcast abonnieren
Sänger Robert Plant in Paris (imago/UPI Photo)
Sänger Robert Plant während eines Auftritts im Juli 2018 in Paris. (imago/UPI Photo)

Mit Led Zeppelin und dem Song "Stairway To Heaven" schreibt Sänger Robert Plant Anfang der 70er-Jahre Musikgeschichte. Er ist gerade mal 19 Jahre alt, als sich die Band 1968 gründet. Heute lebt der Frontmann auf dem Land und feiert seinen 70. Geburtstag.

Mit Stairway To Heaven, einer Ballade, schreiben Led Zeppelin Anfang der 70er-Jahre Musikgeschichte. Ihre Stimme, ihr Frontmann – das ist Robert Plant.

Led Zeppelin gehören zu den Top-Bands und vor allem zu den größten Live-Acts ihrer Zeit. Bei der Gründung 1968, da ist Plant 19, kommen die vier Musiker vom Rhythm’n’Blues, finden aber sehr schnell ihren eigenen Stil als Hardrocker.

Eigentlich sollte er Buchhalter werden

"Wir waren nur ein Teil einer großen Bewegung in der Jugendkultur, die die Welt verändern sollte", findet Robert Plant. Eigentlich hat sein bürgerliches Elternhaus Buchhalter für ihn vorgesehen, aber nach zwei Wochen Ausbildung schmeißt der Teenager hin, verlässt das Nest und zieht hinaus, um zum Vorbild zahlloser Rocksänger zu werden.

Sex, Drugs und Rock’n’Roll gehören zur Led Zeppelin-Legende ebenso wie zerlegte Hotelzimmer. Robert Plant pflegt das Image des Rockers: Zottelhaare, tief geöffnetes Hemd. Aber er sei immer schon um elf Uhr im Bett gewesen, behauptet er später.

Leadsänger Robert Plant (r.) und Gitarrist Jimmy Page bei einem Auftritt im März 1970 in München. (picture-alliance / dpa)Leadsänger Robert Plant (r.) und Gitarrist Jimmy Page bei einem Auftritt im März 1970 in München. (picture-alliance / dpa)
Die Ära von Led Zeppelin endet 1980 nach dem Tod des Schlagzeugers. Ab da, sagt Robert Plant, musste ich für mich selbst sorgen, ich war 32 und stand noch nicht auf sicherem Boden.

Elf Soloalben hat Robert Plant seit dem Ende von Led Zeppelin herausgebracht, plus ein Live-Album mit seiner aktuellen Band Sensational Space Shifters, drei Alben mit seinem Alter Ego aus Led-Zeppelin-Zeiten, dem Gitarristen Jimmy Page – und "Raising Sand", eine Produktion mit der Country-Sängerin Alison Krauss. Sechs Grammys räumten die beiden damit ab.

Heute geht er regelmäßig zum Fußball

Heute lebt Robert Plant auf dem Land, westlich von Birmingham. Das ist die Region, in der er auch aufgewachsen ist. Dort geht er regelmäßig zu seinem Fußballclub, den Wolverhampton Wanderers, und dort entsteht auch seine Musik.

"Ich habe ein kleines Notizbuch. Da schreibe ich alles mögliche rein, zum Beispiel  gegen wen die Wolves am nächsten Wochenende spielen. Und da kommen auch alle künstlerischen Notizen rein, meine Textideen. Anschließend übertrage ich das auf große Papiertapeten, die hänge ich auf, und wenn ich eine musikalische Idee habe, dann gehe ich da hin und kucke, welches Thema dazu passt."

Manchmal sind das die Schicksalsschläge, die ihm nicht erspart geblieben sind. Sein kleiner Sohn stirbt 1977, mit fünf Jahren. Die Ehe geht in die Brüche, auch andere Beziehungen halten nicht lange. An die Liebe glaubt Robert Plant trotzdem weiter. Ich gebe nicht auf, sagt er – ich habe eine Saisonkarte.

Mehr zum Thema

Led Zeppelin-Sänger Robert Plant - "Rockmusik hat an Dampf verloren"
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 13.10.2017)

Plagiatsvorwürfe zu "Stairway to Heaven" - Hat Led Zeppelin abgekupfert?
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 14.06.2016)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Neu im Kino: "Parasite"Der Duft der Armut
Szene aus dem Film "Parasite". Die Schauspielerin Yeo-jeong Jo geht eine Treppe hinauf. (picture alliance/dpa/Neon/Entertainment Pictures/ZUMAPRESS)

In "Parasite", ausgezeichnet mit der Goldenen Palme von Cannes, erzählt Regisseur Bong Joon-ho von einer armen Familie, die sich in einen Oberschichtshaushalt einschleicht. Macht sie das zu Parasiten? Die Grenze zwischen Gut und Böse ist fließend.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur