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Fazit | Beitrag vom 18.01.2021

Zukunft der Museen"Wir brauchen unser lokales Publikum zurück"

Eva Kraus im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn mit spitzen Türmen, durch die das Sonnenlicht einfallen kann. (imago images / imagebroker)
Die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Bonn: Ein Besuch ist derzeit wegen der Coronapandemie nicht möglich. (imago images / imagebroker)

Eva Kraus, Intendantin der Bonner Bundeskunsthalle, vermisst eine Perspektive für die wegen der Pandemie geschlossenen Museen. Geschätzte Kultur könne dauerhaft in Vergessenheit geraten, warnt sie.

Die Leiterin der Bundeskunsthalle in Bonn, Eva Kraus, appelliert an die Politik, die Museen für kleine Gruppen von Besuchern zu öffnen und den Häusern eine Perspektive zu verschaffen.

Kunst für das seelische Wohlbefinden

Ähnlich wie Kirchen seien Museen Orte der Reflexion, sagt Kraus: "Ich glaube, für unsere Seele, für unser Wohlsein, für unsere Kultur ist es unbedingt wichtig, dass diese Häuser, dass diese Ausstellungen wieder gesehen werden können."

Die Museen hätten viel Platz, Sicherheitsmaßnahmen und Luftfiltersysteme seien in den letzten Monaten ausgiebig erprobt worden. Man könne kleineren Gruppen und ausgewähltem Publikum einen sicheren Zugang ermöglichen, sobald die Politik dies zulasse, betont Kraus.

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Es wäre gut, wenn solche Lösungen zumindest in Aussicht gestellt würden: "Dass man sich wieder freuen kann. Die Museen sind doch wirklich die Oasen der Kultur."

Natürlich müsse man weiterhin auf Veranstaltungen und auf Besuche von Touristen und Schulklassen verzichten. Doch: "Wir brauchen unser lokales Publikum zurück. Das wird auch sicherlich gerne wiederkommen und auf sicherem Wege kommen können. Die Museen sind gewappnet, wieder die Tore zu öffnen."

Sorge wegen einer möglichen Gewöhnung

Kraus sorgt sich, dass Live-Konzerte oder Begegnungen mit der Kunst irgendwann in Vergessenheit geraten könnten: "Am Anfang ist das Bedürfnis groß, und irgendwann gewöhnt man sich daran, dass diese Dinge nicht mehr möglich sind."

Ein Signal in Richtung Wiedereröffnung der Museen sei wichtig, damit der Wunsch danach, Ausstellungen zu besuchen und Kunst zu betrachten, bestehen bleibe.

(mle)

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