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Tonart | Beitrag vom 23.07.2021

Zehnter Todestag von Amy WinehouseDer Drogensumpf als Zuschauerspektakel

Stefanie Roenneke im Gespräch mit Andreas Müller

Amy Winehouse vor eine Marmorwand (picture-alliance / dpa / epa Andy Rain)
Amy Winehouse thematisierte ihre Drogensucht immer wieder in ihren Texten. (picture-alliance / dpa / epa Andy Rain)

Vor zehn Jahren starb die Sängerin Amy Winehouse an einer Überdosis. Ihr Kampf mit der Sucht wurde jahrelang von der Presse begleitet und als Spektakel inszeniert. Könnte das heute wieder passieren?

Der größte Hit von Amy Winehouse war "Rehab" – ein Song, in dem es um ihre Probleme mit Drogen ging. Auch sonst war ihre Sucht kein Geheimnis. Kurz vor ihrem Tod lauerten Paparazzi ihr regelmäßig auf, und der Boulevard spekulierte wild über ihren Gesundheitszustand.

"Nüchtern betrachtet muss man feststellen, dass Skandale, oder auch die Zurschaustellung von Leid, immer schon zum Star-System dazugehört haben, denn sie schaffen Aufmerksamkeit, und sie prägen auch das Image", sagt die Autorin Stefanie Roenneke.

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Roenneke glaubt, dass das Bewusstsein für psychische und Suchtprobleme im Musikgeschäft gestiegen ist. So habe sich der "Mental Health in Music"-Verband gegründet. Es gebe den Versuch, mehr Sensibilität für das Thema aufzubringen.

Negativbeispiel Cloudrap

Trotzdem seien Drogen weiterhin präsent, und das auch öffentlich. Als Negativbeispiel nennt Roenneke den Cloudrap:

"Dort werden Drogen sehr öffentlich konsumiert und gefeiert. Es handelt sich um sehr starke und sehr stark süchtigmachende Beruhigungs- und Schmerzmittel, die zusätzlich auch noch genrebildend sind und die Art zu singen, die Texte und die Musiker beeinflussen." 2018 sei es zu mehreren Todesfällen gekommen.

Auf der anderen Seite steht für Roenneke die Geschichte der Popsängerin Demi Lovato. Auch diese sei suchtkrank gewesen, habe einen starken Rückfall inklusive mehrerer Hirnschläge und einem Herzinfarkt erlitten. Doch bei ihr werde die "Wiederauferstehung" aus der Abhängigkeit zelebriert.

(hte)

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