Krieg in der Ukraine

    Soll Deutschland jetzt schwere Waffen liefern?

    53:53 Minuten
    Ukrainische Soldaten mit Flagge in einem Panzer, den Russen zurückgelassen haben. Izium, Kharkiv, 14. September 2022.
    Ukrainische Soldaten in einem Panzer, den Russen zurückgelassen haben. © Getty Images / Anadolu Agency / Metin Aktas
    Moderation: Birgit Kolkmann · 16.09.2022
    Audio herunterladen
    Nach den Geländegewinnen der ukrainischen Armee streitet die Ampel-Koalition über die Lieferung von schwerem militärischem Gerät. Grüne und FDP wollen Kampf- und Schützenpanzer liefern, Bundeskanzler Scholz (SPD) möchte keine deutschen "Alleingänge".
    In der Diskussion um umfangreichere Lieferungen von schweren Waffen an die Ukraine verweist Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) weiter auf die Notwendigkeit, Waffen nur im Gleichschritt mit den USA zu liefern.
    Aber seit die US-Botschaft in Berlin am Dienstag über den Kurznachrichtendienst Twitter alle Verbündeten dazu aufrief, der Ukraine "im Kampf um ihre demokratische Souveränität so viel Unterstützung wie möglich zu geben" und darauf verwies, dass "die Entscheidung über die Art der Hilfen" bei "jedem Land selbst" liege, verfängt die Argumentation des Bundeskanzlers nicht mehr.

    Führungsrolle für Deutschland?

    Die Stimmen derer, die sich für die Lieferung deutscher Kampfpanzer in großer Zahl an die ukrainische Armee einsetzen, werden immer lauter. Zugleich greift aber auch die Sorge vor einer nuklearen Eskalation um sich.
    Doch sollte Deutschland erst abwarten, bis die USA selbst Kampfpanzer an die Ukraine liefern? Gilt es nicht mit allen Mitteln den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auf militärischem Weg zu stoppen? Muss Deutschland eine Führungsrolle im westlichen Verteidigungsbündnis übernehmen?

    Es diskutieren: 
    - Dr. Franziska Davies, Osteuropa-Historikerin an der Ludwigs-Maximilian-Universität München
    - Dr. Ulrich Kühn, Leiter des Forschungsbereichs „Rüstungskontrolle und Neue Technologien“ am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg (IFSH) 
    - Dr. Marcus Pindur, Korrespondent des Deutschlandradios für Sicherheitspolitik

    Mehr zum Thema