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Studio 9 | Beitrag vom 22.11.2019

WHO-StudieKinder bewegen sich zu wenig

Kuno Hottenrott im Gespräch mit Nicole Dittmer

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Ein vierjähriges Mädchen beim Balancieren auf einem Holzpfosten am Strand der dänischen Insel Römö. (picture alliance/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul)
Eher die Ausnahme als die Regel, dabei ist Bewegung für Kinder besonders wichtig. (picture alliance/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul)

Die meisten deutschen Kinder bewegen sich weniger als eine Stunde am Tag, so eine WHO-Studie. Der Wissenschaftler Kuno Hottenrott sieht die Urbanisierung und Technisierung als Ursachen. Aber im Digitalen liege auch Potenzial, das Problem zu lösen.

Mindestens eine Stunde am Tag sollte sich ein Kind bewegen, so eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Weltweit erfüllen 81 Prozent der Kinder dieses Soll nicht, ist das Ergebnis einer WHO-Studie. In Deutschland sind es sogar 84 Prozent. Dieser Bewegungsmangel sorge für Gesundheitsprobleme wie Übergewicht.

Der Sportwissenschaftler Kuno Hottenrott von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sieht die Gründe dafür in der zunehmenden Urbanisierung und Technisierung: Bewegungsmöglichkeiten fallen weg, die Mesnschen seien zwar mobiler, aber oft elektrisch angetrieben durch E-Bike und E-Scooter. Zugleich nehme der Medienkonsum zu, was zusätzlich die Bewegung einschränke.

Mehr Sport in der Schule

Ein weiteres Problem sei das Angebot der Sportvereine: Für Mädchen gebe es weniger Angebote als für Jungen. Allerdings bestehe mit der Digitalisierung die Chance, Kinder mehr zur Bewegung zu bringen. "Es gibt viele interessante Ansätze", sagt Hottenrott und nennt dabei Apps als Beispiel.

Eine große Rolle sieht er im Schulsport: "Die Wertschätzung des Sports im Kanon der Fächer ist meist nicht besonders hoch", sagt der Sportwissenschaftler. Dabei wirke Bewegung positiv auf Körper und Geist. "Vielfach wird das verkannt." Daher empfiehlt Hottenrott täglich eine Stunde Sport in Schule.

(leg)

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