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Interview | Beitrag vom 27.09.2020

Welttourismustag Die Reiselust ist in der Coronakrise ungebrochen

Felix Wölfle im Gespräch mit Thomas Jaedicke

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Blick auf den bayerischen Tegernsee. (picture-alliance/imageBroker)
Touristische Orte in Deutschland, wie der bayerische Tegernsee, wurden in diesem Sommer von vielen Urlaubern neu entdeckt. (picture-alliance/imageBroker)

Vor Fernreisen schrecken während der Coronapandemie viele Urlauber zurück. Daraus ergeben sich neue Chancen für Urlaubsziele in Deutschland, sagt Tourismusforscher Felix Wölfle. Allerdings wird Massentourismus an manchen Orten zum Problem.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sorgt sich die Tourismusbranche um den Herbst und Winter. Die Reiselust sei aber nach wie vor vorhanden, sagt Felix Wölfle, Professor für Tourismuswirtschaft an der privaten Hochschule IUBH Düsseldorf. Die Deutschen ließen sich den Spaß am Reisen nicht nehmen, meint er anlässlich des heutigen Welttourismustages.

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Allerdings seien die Reisemöglichkeiten angesichts der Entwicklung des Infektionsgeschehens in Frankreich, Spanien und Österreich eingeschränkter. "Es rückt ja auch näher", so Wölfle.

Zurückhaltung bei Fernreisen

Fernreisen würden eher gemieden, beobachtet der Tourismusexperte. In der deutschen Reisebranche gebe es jetzt ganz neue Phänomene, mit denen man sich auseinandersetzen müsse. "Viele sind eben in Deutschland verreist." Das habe dazu geführt, dass es in manchen ländlichen Regionen, im Mittelgebirge oder in Bayern, plötzlich Massentourismus gegeben habe. Viele entdeckten die Heimat vor der Haustür neu.

Gedränge von Touristen vor einem Boot auf dem Tegernsee.  (picture-alliance/Martin Ley)Auch am Tegernsee erlebten einige Ortschaften den Massenansturm von Touristen. (picture-alliance/Martin Ley)

Dadurch hätten einige Regionen die Möglichkeit zu zeigen, dass sie gute Angebote hätten, sagt Wölfle. "Wir haben sehr schöne und vielfältige Naturlandschaften, historische Gebäude." Wenn der Boom im Deutschlandtourismus dafür genutzt werde, sich gut zu präsentieren und Hygieneregeln einzuhalten, dann ergäben sich daraus neue Chancen.

Finanzielle Probleme 

Viele Gaststätten und Hotels seien durch Corona in eine finanzielle Schieflage geraten, sagt Wölfle. Das liege unter anderem daran, dass die Geschäftsreisen weggebrochen seien. Für die Gastronomie werde der Winter zur Herausforderung.

(gem)

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