"Wegwerfmentalität gekoppelt mit Wunsch nach Individualität"

Oliver Kluck ist eine "Ein-Mann-Fabrik" fürs Theater © Ali Ghandtschi
21.12.2011
Seit Oliver Kluck im Frühjahr 2009 beim Theatertreffen den Förderpreis für neue Dramatik für sein Stück "Prinzip Meese" bekommen hat, bitten ihn ständig Theater um neue Stücke. Er hat sich für seine Arbeit Methoden des Volkswagenkonzerns abgeschaut.
Ständig fragen Theater nach Texten vom ihm - und er liefert prompt. Für Chemnitz entstand "Zum Parteitag Bananen" - in Hamburg kam "Warteraum Zukunft" auf die Bühne, in Weimar entwickelte er ein Theaterlabor und zuletzt wurde in Rostock sein Stück "Über die Möglichkeiten der Punkbewegung" uraufgeführt.

Den vielen Wünschen nach Einzelanfertigungen könne er gerecht werden, weil er sich Methoden des Volkswagenkonzerns abgeschaut habe, sagt Kluck. Der müsse auch ständig Kundenwünsche nach individuellen Autos zu gemäßigten Preisen bedienen. Ihm gehe es mit Theatern genauso. "Diese Wegwerfmentalität, gekoppelt auch mit dem Wunsch nach Individualität, die schwebt natürlich auch in diesem Bereich zurück."

Er arbeite sich daher an Themen ab und versuche, sie mehrfach zu verwerten. Wenn ein Theater anfrage, "kann ich, also die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dann vorschlagen, dass die und die Stoffe auch bestehen und dass es da Arbeiten dran gibt". Dieses Konzept habe immer funktioniert.
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