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Interpretationen | Beitrag vom 05.01.2020

Wege zu Beethoven (2/14)Das Dritte Klavierkonzert

Moderation: Jürgen Otten

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Ludwig van Beethoven (picture alliance / Imagebroker)
Die Macht des Schicksals: Ludwig van Beethoven (picture alliance / Imagebroker)

Wer bei Beethoven das Schicksal an die Pforte klopfen hören möchte, der wird in diesem Werk fündig: Beethovens Drittes Klavierkonzert wirkt in manchem wie ein Vorläufer seiner Fünften Sinfonie. Das tragisch grundierte Stück gehört zu den Hauptwerken Beethovens.

Dass Ludwig van Beethoven nicht nur ein großer Komponist, sondern auch ein eindrucksvoller Pianist und Improvisator war, geht aus der Geschichte seines Dritten Klavierkonzerts hervor. Die Solostimme dieses c-Moll-Konzerts fixierte Beethoven erst im Jahr nach der Uraufführung für einen Auftritt seines Schülers Ferdinand Ries, der sich wunderte: "Die Clavierstimme des C Moll Concerts hat nie vollständig in der Partitur gestanden. Beethoven hatte sie eigens für mich in einzelnen Blättern niedergeschrieben."

Hier geht es zur Playlist der Sendung.

Die Entstehungsgeschichte dieses Klavierkonzerts ist ähnlich abenteuerlich wie die der beiden Vorgängerwerke; sie zog sich letztlich bis ins Jahr 1809 hin, als Beethoven die Kadenz des ersten Satzes für seinen Schüler Erzherzog Rudolph komponierte.

Pochende Pauken

Bereits 1796 hatte Beethoven "Zum Concert aus C moll pauke bej der Cadent" notiert, womit er einen wesentlichen kompositorischen Einfall seines späteren Opus 37 verbal festhielt. Gemeint war damit der dramatische Effekt am Ende des ersten Satzes, an dem die im Pianissimo pochenden Pauken die Kadenz der Solostimme abfangen und zum tragischen Ende führen, gegen das sich das Klavier mit einem Lauf über vier Oktaven auflehnt.

Was Beethoven seinerzeit am Klavier improvisierte, ist heute in diversen Notenausgaben greifbar und gehört zum Repertoire aller Pianisten – natürlich auch zu dem von Daniel Barenboim, der das Werk in der kommenden Woche mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko aufführen wird. Deutschlandfunk Kultur überträgt am 10. Januar live ab 20:03 Uhr.

Was Pianisten aus diesem Werk gemacht haben, was das Werk mit ihnen gemacht hat, das ist das Thema dieser Sendung, in der unter anderem die Einspielungen von Martha Argerich und Jewgenij Kissin detailliert miteinander verglichen werden.

Diese Sendung ist Teil einer Serie der "Interpretationen", die sich anlässlich des Beethoven-Jahres an jedem ersten Sonntag im Monat dem Werk des Bonner Meisters widmet. In der nächsten Folge geht es am 2. Februar um Beethovens frühe Kaiserkantaten.

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