Dienstag, 20.10.2020
 

Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 02.08.2019

Waldsterben 2.0Wie retten wir den Klimaretter Wald?

Moderation: Birgit Kolkmann

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Abgestorbene Nadelbäume sind im  Wald bei Kirchen zwischen Brachbach und Katzenbach in Rheinland-Pfalz zu sehen. (imago / Rene Traut)
Ein Teufelskreis zeichnet sich ab: Der Klimawandel schädigt die Wälder, die eigentlich den Klimawandel abmildern könnten. (imago / Rene Traut)

Das Waldsterben ist zurück. Dürren, Stürme, Feuer und Schädlinge setzen dem Wald massiv zu. Dabei sind Bäume mit ihrer Fähigkeit, CO2 zu speichern, sehr wichtig im Kampf gegen den Klimawandel. Aufforsten kostet Geld und viel Zeit. Haben wir die noch?

Ein Drittel unseres Landes ist mit Wald bedeckt. Doch der leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels: Hitze und Dürre schwächen die Bäume, machen sie anfällig für Schädlinge. Stürme und Waldbrände tun ein übriges. Forstleute und Forscher schlagen Alarm: Vor allem die Nadelwälder sind erheblich geschädigt, doch auch Laubbäume kommen mit dem Klimastress nicht mehr zurecht.

Das Waldsterben ist also zurückgekehrt. In den 1980er Jahren war es ein großer Aufreger, der im Nachhinein betrachtet bisweilen hysterische Züge annahm, aber das Umweltbewusstsein vieler Menschen schärfte. Damals halfen Filter auf Schornsteinen und Katalysatoren für Autos. Doch heute ist die Ursache global und entsprechend schwer zu bekämpfen.

Aufforsten gegen den Klimawandel

Dabei sind Wälder wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel. Schweizer Wissenschaftler haben errechnet, dass großflächiges Aufforsten derzeit das wirksamste Mittel gegen die globale Erwärmung ist, da Bäume große Mengen von CO2 aufnehmen. Ein Teufelskreis zeichnet sich ab: Der Klimawandel schädigt die Wälder, die eigentlich den Klimawandel abmildern könnten.

Die Bundesregierung will handeln: 1,5 Milliarden Euro für Sanierung, Aufforstung und Umbau der Wälder hat die Bundeslandwirtschaftsministerin für die nächsten Jahre angekündigt. Doch reicht das? Und was ist überhaupt zu tun? Müssen wir weg von Monokulturen aus Fichten und Kiefern? Ist Mischwald das Allheilmittel - und rechnet sich das für die Waldbesitzer? Brauchen wir mehr Urwälder, die wirtschaftlich nicht genutzt werden?

Und - Bäume wachsen nun einmal langsam - haben wir genug Zeit, um den potenziellen Klimaretter Wald zu retten?

Darüber diskutieren:
Hans-Georg von der Marwitz, Präsident  der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände e.V., MdB (CDU)
Silvia Bender, Leiterin der Abteilung Biodiversität beim BUND
Prof. Dr. Pierre Ibisch, Professor für Naturschutz im Fachbereich für Wald und Umwelt, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

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