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Wortwechsel | Beitrag vom 26.06.2020

Wahlkampf in den USAWird es eng für Trump?

Moderation: Monika van Bebber

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Präsident Donald Trump beim Wahlkampfauftritt in Tulsa. Im Hintergrund sieht man sehr spärlich besetzte Zuschauerränge. (laif / Redux / NYT / Doug Mills)
Viele Plätze blieben bei Donald Trumps Wahlkampfveranstaltung in Tulsa, Oklahoma, frei. (laif / Redux / NYT / Doug Mills)

Teils leere Ränge und wirre Aussagen zu Corona: Der erste Wahlkampfauftritt von US-Präsident Trump seit langem war kein voller Erfolg. Das Thema Rassismus spaltet die Nation tief und Ex-Berater Bolton stänkert gegen Trump. Wackelt seine Wiederwahl?

Trotz Corona, US-Präsident Donald Trump will seiner Kampagne für die Präsidentschaftswahl im November mit Großveranstaltungen neuen Schwung geben. Doch zum Auftakt redete er in Tulsa/Oklahoma vor teilweise leeren Rängen. War es Angst davor, sich mit dem Virus anzustecken, die das Publikum fernhielt – oder ziehen Trumps bisweilen wirre Tiraden nicht mehr so viele Menschen an wie früher?

Trump habe fahrig gewirkt, "wirklich in der Defensive", meint dazu die Journalistin Melinda Crane von der Deutschen Welle im Wortwechsel. "Ein grandioser Auftakt" Trumps für die heiße Phase im Wahlkampf sei das gewesen, sagt hingegen Benjamin Wolfmeier von den "Republicans Overseas" in Deutschland. Die tiefen Unterschiede in der Wahrnehmung von Wirklichkeit in den USA, sie spiegeln sich auch in unserer Diskussion wieder.

"Masken werden zu Identitätspolitik"

Jedenfalls hält Corona die USA fest im Griff, in vielen Bundesstaaten steigen die Fallzahlen wieder. Das Virus trotzt allen Versuchen des Präsidenten, die Krise für beendet zu erklären, damit rechtzeitig vor dem Wahltag die Wirtschaft wieder anspringt. Der Umgang mit Corona sei in den USA völlig politisiert, analysiert Tyson Barker vom Aspen Institut Deutschland die Lage, "Masken werden zu Identitätspolitik".

Auch das Thema Rassismus und Polizeigewalt wird der wahlkämpfende Präsident nicht los. Demonstrierende stürzen Denkmäler von Persönlichkeiten, denen Rassismus vorgeworfen wird, die Nationalgarde soll Statuen schützen. Die US-Gesellschaft scheint tiefer gespalten denn je und ihr Präsident polarisiert immer weiter. Die Polarisierung zwischen den Anhängern von Republikanern und Demokraten sei "wie ein schwarzes Loch", das alle Themen verschlinge, beklagt Melinda Crane.

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In den Umfragen sieht es derzeit nicht gut aus für Donald Trump. Sie sehen seinen Konkurrenten, den Demokraten Joe Biden, deutlich vorn, auch in für den Wahlausgang besonders wichtigen Swing States. Doch Trumps Parteifreund Benjamin Wolfmeier sieht diese Zahlen "völlig relaxed". Schon vor der Präsidentenwahl 2016 lagen die Demoskopen weit daneben, erinnert Wolfmeier, Trump werde auch diese Wahl gewinnen.

Ist Trump inkompetent?

Und dann ist in dieser Woche auch noch ein Buch des früheren Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton erschienenen, in dem der mit seinem Ex-Chef Trump abrechnet. Der US-Präsident sei völlig inkompetent, ätzt Bolton darin. Trump wisse noch nicht mal, dass der Verbündete Großbritannien eigene Atomwaffen hat.

Momentan scheint es nicht gut zu laufen für Donald Trump. Sehen wir den Anfang vom Ende seiner Präsidentschaft? Entscheidend werde im Herbst die Wahlbeteiligung sein, meint Tyson Barker. Die Bevölkerung sei "total motiviert" zu dieser Wahl, die Anhänger Trumps wie seine Gegner. Die Wahl werde auf jeden Fall "ein Trump-Referendum".

Es diskutieren: 

Tyson Barker, stellvertretender Direktor des Aspen Instituts Deutschland
Melinda Crane, Chef-Korrespondentin des englischsprachigen Programms der Deutschen Welle
Benjamin Wolfmeier, Republicans Overseas Germany e.V.

(pag)

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