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Fazit / Archiv | Beitrag vom 29.03.2017

Von "Bonnie und Clyde" bis "Regeln spielen keine Rolle"Warren Beatty wird 80

Von Noemi Schneider

Warren Beatty 1967 in "Bonnie und Clyde" (imago /AD)
In "Bonnie und Clyde" gelang Warren Beatty 1967 der Durchbruch. (imago /AD)

Mit Warren Beatty wird bis auf weiteres das Chaos bei der Verleihung der Oscars 2017 verbunden bleiben. Dabei hat der US-Filmproduzent, Schauspieler und Regisseur eine beeindruckende Vita, angefangen von der Hauptrolle im Klassiker "Bonnie und Clyde". Nun wird Beatty 80 Jahre alt.

"Hör mal, mach Dir keine Sorgen! Das ist die einfachste Sache der Welt. Mit der Bank wird jedes Kind fertig!"

Als Gangster Clyde Barrow gelang Warren Beatty 1967 an der Seite von Faye Dunaway der Leinwanddurchbruch in Arthur Penns New Hollywood-Klassiker "Bonnie and Clyde".

Warren Beatty wurde 1937 in Richmond/Virginia in eine Künstlerfamilie hineingeboren. Sein Vater war Lehrer und Musiker, seine Mutter: Schauspielerin. Seine ältere Schwester: Shirley McLaine. Nach dem Schulabschluss begann Beatty Theaterwissenschaft zu studieren und nahm Schauspielunterricht in New York. Seine ersten Auftritte hatte er in Fernsehserien und Broadwaystücken. 1961 feierte er sein Leinwanddebüt in Elia Kazans "Fieber im Blut" und bekam von der Presse den Titel "neuer James Dean" verliehen. In seiner Rollenauswahl war der gutaussehende, smarte Schauspieler von Anfang an wählerisch.

1971 verkörperte er, an der Seite von Julie Christie, den wortkargen Bordellbesitzer McCabe in Robert Altmans Anti-Western "McCabe and Mrs. Miller". Ein melancholischer Abgesang auf den Wilden Westen im Schnee mit dem unvergleichlichen Soundtrack von Leonard Cohen.

"Ihr Helm, Sir?"
"Hä?
"Ihr Polo-Helm, Sir."
"Oh, danke, danke. Spiele ich denn Polo?"
"Nicht richtig, Sir. Sir?"
"Danke, danke."

Mehrfach ausgezeichnetes Regiedebüt

1978 gab Beatty sein mehrfach ausgezeichnetes Regiedebüt mit der fantastischen Komödie "Der Himmel soll warten", in der er, den Footballspieler Jo Pendleton spielt, der irrtümlich ums Leben kommt und als Millionär wiedergeboren wird.

"The Winner is ... Warren Beatty!"

Den Regie-Oscar erhielt Beatty 1982 für "Reds – Ein Mann kämpft für Gerechtigkeit", ein dreieinhalb-stündiges Biopic über den amerikanischen Sozialisten und Reporter John Reed. Beatty selbst übernahm die Hauptrolle, an seiner Seite brillierten Diane Keaton und Jack Nicholson. Nicht nur auf der Leinwand avancierte Warren Beatty zum "Held der amerikanischen Linksliberalen", seit Beginn der 70er-Jahre engagiert er sich aktiv in der Demokratischen Partei.

"Böse Nachrichten aus der Garage, Boss! Sie waren da und haben sie alle weggepustet unsere Männer werden langsam ziemlich nervös!"

1990 landete er als Regisseur, Hauptdarsteller und Produzent mit der starbesetzten Comic-Verfilmung "Dick Tracy" erneut einen Kassenschlager.

"Gestatten Sie?"
"Wenn sie ein klares 'Ja' oder 'Nein' wollen, müsste ich schon die ganze Frage hören."
"Darf ich ihnen Feuer geben?"
"Natürlich."

Bei den Dreharbeiten zu Barry Levinsons Mafiafilm "Bugsy" lernte der ewige Junggeselle und für seine Affären berüchtigte Beatty die 20 Jahre jüngere Schauspielerin Annette Benning kennen. Seit 1992 sind die beiden skandalfrei verheiratet und haben vier Kinder.

"Was zum Teufel macht sie hier?"
"Sie sagten, sie wollen die Kleine, mit den zwei Ms."
"Ja, Marylin Monroe."

Rückkehr auf die Leinwand nach 15 Jahren

Warren Beatty hält bei der Oscar-Verleihung 2017 den Zettel mit dem Gewinnerfilm in die Kamera. (imago/ZUMA Press)Warren Beatty hält bei der Oscar-Verleihung 2017 den Zettel mit dem Gewinnerfilm in die Kamera. (imago/ZUMA Press)

2016 kehrte Warren Beatty zum ersten Mal nach 15 Jahren als exzentrischer Milliardär Howard Hughes mit dem Film "Regeln spielen keine Rolle" auf die Leinwand zurück.

Vor der Kamera verkörperte Warren Beatty smarte Frauenhelden, Gentlemen, Gangster, Millionäre, Idealisten, Senatoren, Spieler und Journalisten - hinter der Kamera stellte er immer wieder sein untrügliches Gespür für Geschichten und Schauspieler unter Beweis und machte seinem Spitznamen "Pro" also "Profi", den ihm Jack Nicholson verlieh, alle Ehre oder wie sonst solle man jemanden nennen, der mehr Preise gewonnen als er Filme gemacht hat.

Jack Nicholson: "You may wonder, why I do call him the Pro? What else do you wanna call a guy, that won more awards than he made pictures?"

Filmtipp
Am 6. April 2017 startet übrigens Warren Beattys neuer Film "Regeln spielen keine Rolle" in den deutschen Kinos, in dem Beatty den amerikanischen Milliardär Howard Hughes verkörpert.

Mehr zum Thema

Reaktionen auf Panne - Das chaotische Ende einer Oscar-Nacht
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 27.02.2017)

Sozialgeschichte - Bonnie und Clyde jenseits des Mythos
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 14.11.2013)

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