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Interview | Beitrag vom 13.02.2019

Volkshochschulen Die "Anwälte der Demokratie" feiern 100. Geburtstag

Klaus-Peter Hufer im Gespräch mit LIane von Billerbeck

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Zwei Frauen gehen in Garmisch-Partenkirchen (Bayern) an einem Schriftzug der Volkshochschule (VHS) vorbei (picture alliance / Angelika Warmuth )
Volkshochschulen bieten vielfältige Programme an - und inzwischen betreiben sie sogar "aufsuchende Bildungsarbeit". (picture alliance / Angelika Warmuth )

In der Weimarer Verfassung wurde 1919 der Auftrag der Volkshochschulen festgeschrieben. Das wird in Frankfurt mit einem Festakt gefeiert. Politische Bildung stand immer im Mittelpunkt der VHS-Arbeit, sagt Klaus-Peter Hufer, Experte für Erwachsenenbildung.

Mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche eröffnen die Volkshochschulen heute ihr Jubiläumsjahr, mit dem sie ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Sie berufen sich dabei auf die Weimarer Verfassung von 1919, in deren Artikel 148 erstmals alle staatlichen Ebenen aufgerufen wurden, die Erwachsenenbildung und insbesondere die Volkshochschulen zu fördern. Dies löste eine deutschlandweite Gründungswelle aus.

Millionen von Menschen kommen - aber nicht die jüngeren

Ein zentrales Gebiet der VHS-Arbeit sei immer die politische Bildung gewesen, die Volkshochschulen agierten als Anwälte der Demokratie. sagte Klaus-Peter Hufer, Professor für Erwachsenenbildung an der Universität Duisburg Essen, im Deutschlandfunk Kultur.

Rund neun Millionen Menschen besuchen im Jahr Veranstaltungen und Kurse der VHS. Das Wegbleiben gerade jüngerer Leute sei aber ein Problem, sagte Hufer. Schon lange sei es schwer, gerade diejenigen zu erreichen, die mit dem Wort "Volk" eigentlich gemeint seien. "Das zieht sich wie ein roter Faden durch die neuere Geschichte der Volkshochschulen."

Analphabeten-Grundkurs an der Volkshochschule (picture alliance / Bernd Wüstneck)Ein wichtiges Angebot sind Kurse für Analphabeten. (picture alliance / Bernd Wüstneck)

Es gebe in letzter Zeit Versuche, in die Stadtteile zu gehen und mit einer "aufsuchenden Bildungsarbeit" bildungsferne Menschen besser zu erreichen, berichtete Hufer. Die Volkshochschulen hätten auch Alphabetisierungskurse im Programm. Aber bisher seien die meisten VHS-Teilnehmer Leute, die mindestens einen mittleren Schulabschluss hätten.

Klaus-Peter Hufer: Politische Erwachsenenbildung. Plädoyer für eine vernachlässigte Disziplin
WBV Media, Bielefeld 2016
139 Seiten, 24,90 Euro

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