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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 23.12.2015

Verborgene Museumsschätze (Teil 3)München und die Mumie

Von Johannes Nichelmann

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Das Geheimnis des Stuckkopfs versuchen die Wissenschaftler in München zu lüften. (© Museum Ägyptischer Kunst München / Collage: Marc Trompetter/ WDR)
Das Geheimnis des Stuckkopfs versuchen Wissenschaftler in München zu lüften. (© Museum Ägyptischer Kunst München / Collage: Marc Trompetter/ WDR)

Die Depots und Magazine sind der wahre Schatz deutscher Museen. Denn der Großteil der Sammlungen bleibt dem Publikum verborgen. Im Münchner Museum Ägyptischer Kunst birgt ein Stuckkopf ein uraltes Geheimnis. Und 5000 Jahre alte Bretter erzählen von einem antiken Staat.

Unzählige Kunstwerke und Alltagsgegenstände aus vielen Jahrtausenden warten darauf, dass wir ihre Geheimnisse endlich entschlüsseln.

Nur etwa drei Prozent der Exponate deutscher Museen sind für Besucher ausgestellt. Der Rest – Archive, in denen das kulturelle Erbe der Menschheit aufbewahrt wird – bleibt für die Öffentlichkeit unzugänglich. Viele Gegenstände dieser geheimen Sammlungen erzählen Geschichten, die es zu entdecken gilt.

Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in München ist weltweit das einzige Museum, das ausschließlich Exponate Altägyptens beherbergt. Es residiert in einem unterirdischen Gebäude, das die Jahrtausende alten Kunstwerke mit modernsten Mitteln präsentiert.

Was haben sich die Restauratoren vor 30 Jahren nur dabei gedacht, wertvolle Stuckteile einfach in harten Gips zu gießen? Können die Grabmalereien aus Theben gerettet werden? Sie stammen aus der Sammlung des Fürsten Herrmann von Pückler-Muskau.

Chefarztbehandlung im Klinikum München-Bogenhausen. In der Radiologie wird der Stuckkopf mithilfe der Computertomographie untersucht.  (Johannes Nichelmann/ Deutschlandradio)Chefarztbehandlung im Klinikum München-Bogenhausen. (Johannes Nichelmann/ Deutschlandradio)

Die Direktorin des Ägyptischen Museums, Sylvia Schoske, macht sich auf den Weg ins Krankenhaus. Sie hat den Verdacht, dass ein lebensgroßer Stuckkopf aus der römischen Zeit ein bislang einzigartiges Geheimnis in sich trägt. Moderne Computertomographie soll helfen, in das Innere des Stuckkopfs zu blicken und so vielleicht das Geheimnis zu lüften. Dabei ist das Objekt eigentlich nur ein Zufallsfund gewesen, erworben bei einer Vorbesichtigung einer Auktion in London.

Die Diagnose der Ärzte: es fehlt der Unterkiefer. Doch dieser ist unbedingt nötig, um sicher das Geschlecht festlegen zu können. Fest steht: der Kopf wurde mit roher Gewalt vom Rest der Mumie entfernt. Die Stuckmaske kam erst später dazu.  (Johannes Nichelmann/ Deutschlandradio)Die Diagnose der Ärzte: es fehlt der Unterkiefer. (Johannes Nichelmann/ Deutschlandradio)

Und in einem großen unscheinbaren Pappkarton im Depot schlummern 5.000 Jahre alte Holzbretter - haben sie zur Bildung eines ganzen Staatswesens beigetragen?

Diese Bretter sind stolze 5.000 Jahre alt. Vor rund 100 Jahren hat sie ein britischer Archäologe in Tarchan entdeckt. Sie waren Teil eines Grabes. Doch neuere Forschungen belegen, dass es sich ursprünglich um Teile eines Bootes handelt.  (© Museum Ägyptischer Kunst München; Collage Marc Trompetter/ WDR)Diese Bretter sind stolze 5.000 Jahre alt. (© Museum Ägyptischer Kunst München; Collage Marc Trompetter/ WDR)

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