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Fazit / Archiv | Beitrag vom 18.08.2018

Ulrich Rasche inszeniert "Die Perser" in SalzburgIm Kampf gegen die Ungeister

Christoph Leibold im Gespräch mit Eckhart Roelcke

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Die Perser 2018: Patrycia Ziolkowska (Atossa, Königsmutter), Valery Tscheplanowa, Katja Bürkle (Chor des persischen Ältestenrates / Dareios’ Geist), Männerchor (Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig)
Die Hauptdarstellerinnen Patrycia Ziolkowska (l), Valery Tscheplanowa und Katja Bürkle. (Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig)

Als hinreißenden Abend lobt unser Theaterkritiker die Premiere von "Die Perser" unter der Regie von Ulrich Rasche bei den Salzburger Festspielen. Es sei ein beeindruckendes Menetekel gelungen mit aktuellen Bezügen zur Bedrohung von Demokratie.

Mit langem Applaus und vielen Bravos für Regisseur Ulrich Rasche, seine drei Hauptdarstellerinnen und den Chor der geschlagenen persischen Krieger ist bei den Salzburger Festspielen die letzte Schauspielpremiere zu Ende gegangen. Beeindruckend war bei dieser Inszenierung von "Die Perser" des Aischylos schon das Bühnenbild mit zwei riesigen Scheiben, von denen das eine in den Zuschauerraum hinein ragte, sagte unser Theaterkritiker Christoph Leibold.

Die Perser 2018: Valery Tscheplanowa, Katja Bürkle (Chor des persischen Ältestenrates / Dareios’ Geist), Patrycia Ziolkowska (Atossa, Königsmutter) (Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig)Das Bühnenbild wird von zwei riesigen, beweglichen Scheiben dominiert. Auf der einen singt der eindrucksvolle Männerchor. (Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig)

"Ich denke, dass er das gewisser Weise als eine Art Menetekel inszeniert hat", sagte Leibold. "Xerxes ist ein überheblicher Herrscher, der König der Perser, der in seinem Allmachtstreben die griechische Demokratie angreift." Für Rasche gehe es damit um eine Selbstbestätigung, nachdem alles auf dem Spiel gestanden habe.

"Die Demokratie hat sich gegen einen Despoten verteidigt, sie hat sich bewährt." Wenn man das vor dem Hintergrund aktueller Gefahren sehe, denen unsere Demokratie heute ausgesetzt sei, dann erscheine einem diese Aufführung gerade zu als Exorzismus, die diese "Ungeister" hervorbeschwöre und zugleich versuche, sie zu bannen.

Die Perser 2018: Männerchor (Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig)Die Darstellung der Schlachtszenen entwickelte einen erstaunlichen Sog. (Salzburger Festspiele / Bernd Uhlig)

Leibold lobte den glänzend geführten Chor und die große Schauspielerleistung der drei Hauptdarstellerinnen Katja Bürkle und Valery Tscheplanowa als persischen Ältestenrat und Patrycia Ziolkowska als Königsmutter Atossa. (gem)

In Salzburg steht diese Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt noch bis 27. August auf dem Spielplan. Ab 28. September ist sie dann in Frankfurt am Main zu sehen.

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