"Überfahren vom Panzer"

Gedenkstein für die Opfer des 17. Juni 1953 © picture alliance / dpa / Odd Andersen
17.06.2013
Klaus Gronau war 1953 16 Jahre alt und lauschte auf die Äußerungen der Arbeiter, auf ihren Unmut. Als die sich dann formierten und in Berlins Stadtmitte zogen, war er mit dabei. Doch schon wenige Stunden später floh er gemeinsam mit den anderen. Denn dann wurde geschossen. Die Sowjets rollten mit Panzern durch Berlin.
Klaus Gronau war im Juni 1953 16 und Lehrling in Berlin, heute ist er 76 und erinnert sich: "Ja, ich kam […] auf dem Schulweg nach Hause, Niederbarnimstraße, Ecke Stalinallee, und am Ende der Bauten - soweit, war ein Auflauf von 30 bis 40 Bauarbeitern, die meuterten. Ich kam näher, laute Schreie: 'Wir machen nicht mehr weiter!'."

Gronau hörte zu, interessierte sich und folgte den Arbeitern bei ihren ersten Protestzügen am 16. Juni: "Und ich da hin und blieb nun dann fest stehen und hörte zu, dass sie jetzt da demonstrieren wollten, und ich ging mit ihnen mit."

Am zweiten Tag, am 18. Juni dann, flüchtete Gronau zunächst vor der Ostberliner Polizei und dann vor den Russenpanzern: "Nähe Alexanderplatz, Karl-Liebknecht-Straße, beziehungsweise da an der Marienkirche -da fuhren die Russenpanzer denn schon massiv, mit großer Stärke, und sie hatten, manche, querbeet vorne denn auch Balken oder Bretter drüber gelegt, um so viele wie möglich Leute zu erfassen."

Das vollständige Gespräch mit Klaus Gronau können Sie im Radiofeuilleton nachlesen.

Links auf dradio.de:

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"Die Sowjets hatten Angst, dass die Situation eskalieren könnte" - Der Aufstand vom 17. Juni 1953 fiel in eine Umbruchphase in der UdSSR
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