Samstag, 28.11.2020
 

Lakonisch Elegant | Beitrag vom 05.11.2020

Trump vs. BidenDie US-Wahl im Fernsehen

Von Christine Watty und Katrin Rönicke

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Menschen auf dem Times Square schauen auf riesige Bildschirme, die Donald Trump und Joe Biden sowie die Zahlen der Wahl zeigen. (Getty Images / Anadolu Agency / Tayfun Coskun)
Wahlberichterstattung im US-Fernsehen: viele Zahlen, rot-blaue Karten und die Gesichter der beiden Kandidaten in Dauerschleife. (Getty Images / Anadolu Agency / Tayfun Coskun)

Zahlenboards in Dauerschleife bestimmen aktuell die Fernsehbilder in den USA. Unabhängig vom Wahlergebnis - was sehen wir da eigentlich abseits von Ziffern und purer Mathematik? Wir sprechen mit Filmkritiker Patrick Wellinski und Drehbuchautor Stefan Stuckmann.

Die Wahl in den USA ist vorbei, und während wir diese Podcast-Folge aufgenommen haben, stand noch kein Ergebnis fest. Wie aber sieht so eine Wahl eigentlich aus? Für viele bestand sie in den letzten Tagen aus Dauergucken der Newssender CNN, ABC, NBC und anderen. Film-Experte Patrick Wellinski und Drehbuchautor Stefan Stuckmann haben die Wahl auch dort beobachtet und berichten von ihren Eindrücken zwischen Zahlenscreens und Präsidenten-Auftritten.

Erklär-Dauerschleife und Sportberichterstattung

Die Berichterstattung der Fernsehsender zur Wahl wird weltweit verfolgt. "Lakonisch Elegant" fragt: Wie wird abgebildet, was da wirklich gerade passiert?

Auf blau-roten Karten – Erklärt beispielsweise mit nicht enden wollender Geduld vom CNN-Mann John King, der immer wieder Abläufe der Wahl erläutert, in Dauerschleife. Der zwar in bester Manier der Sportberichterstattung Zahlen liefert, gleichzeitig aber gebetsmühlenartig erläutert, dass diese noch nichts entscheiden, nicht um Mitternacht, nicht um drei Uhr, nicht am nächsten Tag. Die Entscheidung lässt auf sich warten, immer länger. Aber immerhin: Die Frisur und die Stimme sitzen, die Haltung auch: "Wir zählen Stimmen."

Augenringe statt Augenzwinkern

Für den amtierenden Präsidenten ist die eigene Inszenierung ein wichtiger Teil des politischen Prozesses. Wie war das diese Woche bei Trumps Auftritt, während welchem er forderte, den Wahlvorgang einfach zu stoppen? Und was für eine Inszenierung versucht eigentlich die Biden-Kampagne? War da was? (Außer Obamas perfektem Basektball-Distanzwurf vorab, gibt es als Meme.)

In unserer kleinen Runde schauen wir also aus der sogenannten Kulturperspektive auf die Wahl, aber eben nicht mit lustigem Augenzwinkern und einem Serien-Vergleich nach dem nächsten. Wir wollen gerne wissen: Wie sieht eine Wahl eigentlich aus, was vermitteln die Bilder und die Momente bis jetzt? Und wie übrigens fühlt sich eine Wahl total übermüdet im fernen Augenring-Europa an?

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