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Breitband | Beitrag vom 18.12.2010

TopicWas kommt nach Wikileaks

Whistleblowing als Dienstleistung oder Crowdsourcing Projekt?

Es gibt sie schon seit Jahrhunderten - dieses Jahr standen sie besonders im Fokus der Aufmerksamkeit: Whistleblower, zu deutsch in etwa: »positive Geheimnisverräter«, »Tippgeber« oder auch ,ethische Dissidenten'. Aber ist Whistleblowing gleichbedeutend mit der prominenten Plattform Wikileaks? Spätestens seit ihrem dritten großen Coup im Jahre 2010 steht die Organisation unter aktivem Beschuss der US-Regierung - und sie leidet unter immer mehr Personalproblemen. Zu undemokratisch und intransparent seien die ganz auf Leiter Julian Assange konzentrierten Strukturen, so lautet die Kritik von zwischenzeitlich abgewanderten Mitstreitern. Ob Assange trotz seiner temporären Freilassung in Großbritannien jemals wieder so aktiv auf der Pfeife blasen kann wie zuvor, ist derweil zu bezweifeln. Der Fokus auf Assange macht Wikileaks also angreifbar. Und die Flut an geleakten Dokumenten übersteigt die Kapazitäten. Sowohl derer, die sie auswerten sollen, also auch der Öffentlichkeit, die sie wahrnehmen soll.

Dezentrales Whistleblowing könnte da eine Lösung sein, an der der ehemaligen Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheid-Berg mit seinem Projekt Openleaks arbeitet - Zeitungsverlage sollen damit eine Whistleblowing-Funktion in ihre eigenen Portale einbinden können. Die internationale Aktvistenorganisation Anonymous dagegen setzt mit ihrer "Operation Leakspin" auf Crowdsourcing-Mechanismen, viele Laien statt weniger Journalisten sollen hier geleakte Dokumente auswerten. Aber kann Whistleblowing überhaupt ohne die Publikationskraft großer Verlagshäuser funktionieren?

Kollegin Christine Watty stellt uns verschiedene Ansätze vor - und der redaktionsinterne Wikileaks-Fachmann Philip Banse analysiert im Gespräch deren Chancen und Perspektiven.

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