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Breitband | Beitrag vom 22.04.2017

TopicKatastrophe auf Autostart

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Ein Flugzeugpassagier wird von Ordnungskräften halbnackt und bewusstlos aus einem Flugzeug geschleift, weil er seinen Platz wegen Überbuchung nicht freiwillig aufgeben wollte.

Ein Mörder kündet seine Tat öffentlich an und setzt sie um.

Bei einem Giftgasangriff in Syrien trägt ein Vater seine toten Kinder auf dem Arm.

Niedertracht als Video
Auch wenn es auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, diese Geschehnisse in eine Reihe zu stellen, haben sie doch eine Gemeinsamkeit: Die Videos davon zeigen die Niederträchtigkeit des Menschen in verschiedenen Schattierungen und wurden in den letzten Wochen durch die sozialen Netze gereicht.

Es scheint eine menschliche Eigenschaft zu sein zu gaffen, wenn anderen Menschen ein Unglück passiert. Katastrophentouristen kann man so etwas nennen. Die Digitalisierung sorgt dafür, dass wir nicht zufällig oder absichtlich zum Ort der Katastrophe kommen, wir haben sie immer dabei.

Wie ändern wir uns?
Warum zücken Menschen in solchen Momenten überhaupt ihre Smartphones und nehmen Videos auf? Was bringt sie dazu, diese Filme dann in sozialen Netzwerken hochzuladen? Wie gehen Nutzer damit um, die vielleicht sogar unfreiwillig mit diesen Bildern konfrontiert werden?

Prof. Dr. Frank Schwab, Medienpsychologe an der Universität Würzburg hat sich mit den Thema beschäftigt und kann erklären, warum eine Kamera Schutz vor der Wirklichkeit bieten kann und das Abstumpfungseffekte zwar existieren, aber nicht für immer sind.

Und die Medien?
Die Medien müssen sich bei jedem neuen Vorfall fragen und fragen lassen müssen, wie sie mit solchem Material umgehen.

Joachim von Gottberg, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen, schätzt den Fall des Flugzeugpassagiers und des syrischen Vaters ein und erklärt, warum es gesellschaftlich sinnvoll sein kann, solche Bilder zu zeigen.

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