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Literatur | Beitrag vom 10.02.2019

TodessehnsuchtWenn Schriftsteller ihren Freitod schreibend vorwegnehmen

Von Florian Felix Weyh

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Ein Mensch steht an einer Klippe und schaut aufs nebelige, graue Meer hinaus. (Unsplash/ Alan Tang)
Strahlt die Todessehnsucht der Autoren auf den Leser ab? (Unsplash/ Alan Tang)

Die Schriftsteller Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Erich Loest, Sándor Márai schrieben über den eigenen Tod, bevor sie aus dem Leben schieden.

"Niemandem fehlt ein guter Grund, sich zu töten." "Ist es nicht besser, dem Fallbeil, das uns alle guillotiniert, zuvorzukommen?" Für sich genommen klingen diese Sätze überzogen. Mit dem Wissen um den ihnen folgenden Tod klingen sie anders. Ob Jean Améry, Wolfgang Herrndorf, Sándor Márai oder Cesare Pavese - alle diese Autoren schrieben erst über den eigenen Tod, bevor sie ihn sich gaben. Auch Erich Loest hielt es so, bevor er hochbetagt aus dem Fenster einer Klinik sprang.

Geändert hat sich der Umgang mit der Öffentlichkeit. Während Cesare Paveses und Sándor Márais Suizidnotate erst nach ihrem Tod veröffentlicht wurden, schrieb Wolfgang Herrndorf seinen Blog zum eigenen Sterben in aller Öffentlichkeit. Was fasziniert uns an Literatur, die ihren Wert mit dem Leben der Autoren beglaubigt? Strahlt ihre Todessehnsucht auf den Leser ab oder feiert sie das Leben? 

Das Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat.

Hinweis der Redaktion:
Sollten Sie Hilfe in einer schwierigen Situation benötigen, können Sie sich jederzeit an die kostenlose Hotline der Telefonseelsorge wenden: 0800/1110111.

Die Sendung ist eine Wiederholung vom 9. November 2014.

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