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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 22.05.2015

Thomas Le BlancWas können Unternehmen von Science Fiction lernen?

Thomas Le Blanc im Gespräch mit Ulrike Timm

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Thomas LeBlanc (privat)
Thomas Le Blanc aus Wetzlar: Er ist Leiter der größten Science-Fiction-Bibliothek weltweit. (privat)

Science-Fiction-Literatur hat viele Entwicklungen vorhergesagt: Das Internet, das Klonen, die Roboter. Thomas Le Blanc verdient unter anderem damit sein Geld. Er gibt Unternehmen mit Hilfe der Science-Fiction Tipps, in welche Richtung sie künftig forschen sollten.

"Wir sagen tatsächlich, dass das, was wir machen immer noch spinnert ist, weil wir Spinnen als etwas positives ansehen", sagt der Unternehmensberater Thomas Le Blanc im Deutschlandradio Kultur. Der Mitarbeiter einer Forschungs- oder Zukunftsabteilung  eines Unternehmens sollte sich neue Dinge ausdenken und nicht etwa das Normale machen.

Bei Vorgesetzen stoße er zwar manchmal auf Skepsis gegenüber seiner Beratung, nicht aber bei den Leuten, die in der praktischen Arbeit steckten. Er gebe nur zusätzliche Ideen und die Mitarbeiter der Unternehmen müssten mit diesen dann umgehen, beschreibt Le Blanc sein Vorgehen.

Einfluss auf Robotik und Medizintechnik

Die Ratschläge aus der Science Fiction Literatur seien in unterschiedlichen Branchen gefragt. "Wir haben angefangen in dem Beispiel Robotik, wir haben angefangen in dem Beispiel Chemie, Pharmazie", sagt der Unternehmensberater. Auch in der Medizintechnik ist der Rat aus der Science Fiktion Literatur gefragt. Im menschlichen Körper könne auch vieles umgesetzt werden, was in der Nanotechnologie entwickelt worden sei, sagt Le Blanc.

Kofferkuli am Flughafen 

Aus der Science Fiction Literatur stamme beispielsweise der Kofferkuli, der am Flughafen geduldig warte, sich selber abschließe und dem Passagier hinterher folge. Leblanc hofft darauf, dass ein Start-up sie eines Tages aufgreift und beispielsweise am neuen Berliner Flughafen den Passagieren anbietet. "„Das wäre eine tolle Idee, das muss nur jemand verwirklichen", sagte er. Der Einfall sei schon 30 oder 40 Jahre alt und vor Jahren in einem Roman aufgetaucht. Seither habe ein australischer Erfinder die Idee aufgegriffen und für den Golfplatz abgewandelt. "Da will ich ja auch, dass mein Schläger mir irgendwie hinterher transportiert werden", zieht der Unternehmensberater den Vergleich zum Kofferkuli. Der Roboter auf dem Golfplatz wisse nun auch, dass er nicht in ein Wasserloch fahren dürfe.

Auch für Le Blanc ist eine Vision Wirklichkeit geworden. Denn schon als Junge war Science-Fiction seine liebste Lektüre. Dann wurde er zunächst Lehrer. Heute beschäftigt er sich den ganzen Tag mit seiner Lieblingsliteratur, als Leiter der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar.

 

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