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Fazit / Archiv | Beitrag vom 26.10.2019

Thom-Luz-Stück in München: "Olympiapark in the Dark"Magischer Abend mit mysteriösen Klängen

Anna Landefeld im Gespräch mit Eckhardt Roelcke

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Ein kleines Streichorchester (Geigen und Cello) auf der Bühne. Die Musiker*innen tragen helle Kleidung. (Residenz Theater/Sandra Then)
Die Schauspieler spielen die Instrumente. Auch über den Klang und das Licht werde die Geschichte des Stücks erzählt, sagt unsere Kritikerin. (Residenz Theater/Sandra Then)

Thom Luz ist neuer Hausregisseur am Residenz Theater in München. "Olympiapark in the dark" ist die erste Premiere, die er am neuen Haus gefeiert hat. "Ein sehr magischer, bezaubernder Abend", sagt unsere Kritikerin Anna Landefeld.

Der Titel der ersten Arbeit von Thom Luz am Residenztheater basiert auf der fast gleichnamigen Komposition des amerikanischen Musikpioniers Charles Ives, "Central Park in the Dark" von 1906. Die ersten anderthalb Stunden sei man sehr verloren in der Collagenhaftigkeit des Stücks, sagt Kritikerin Anna Landefeld. Es sei wie ein Puzzlestück, das sich allerdings nach und nach clever zusammensetze.

München als Mittelpunkt

Das Stück beschäftige sich vor allem mit München. "Ich würde es dennoch nicht als reines Münchenstück bezeichnen. Aber es ist ein Flanieren durch historische musikalische Vorgänge in der Stadt", so Landefeld. Collagenhaft werden verschiedene Geschichten aus der Stadt erzählt, teilweise seien es "absonderliche Beispiele", so die Kritikerin.

"Es wird zum Beispiel die Begebenheit erzählt von Albert Einstein, der als kleiner Junge zu laut Geige übt und es gibt eine Nachbarin, die sich beschwert."

Das Stück sei eine Zusammenstellung aus mehreren, teils auch aus dokumentarischen Texten.* Doch es füge sich am Ende alles "ideenreich und konzentriert" zusammen. "Ein sehr magischer, bezaubernder Abend", schwärmt Landefeld.

Wie ein Spaziergänger in der Dunkelheit

Das liege auch an der musikalischen Untermalung. Die Schauspielerinnen und Schauspieler seien keine professionellen Musiker, spielten jedoch die Instrumente. Landefeld würde die klangliche Untermalung als "diffus" und "mysteriös" beschreiben und so sei auch die Grundstimmung des gesamten Stücks:

"Es ist sehr mysteriös und diese mysteriösen Klänge schlagen nach allen Seiten aus. Man könnte das Ganze verstehen als einen einsamen Spaziergänger in der Dunkelheit, der seine Umgebung nur verzerrt wahrnimmt und alles ein bisschen fremd ist."

(nho)

Olympiapark in the Dark
nach einer Komposition von Charles Ives
Inszenierung, Bühne, Licht: Thom Luz
Musikalische Leitung: Mathias Weibel
Dramaturgie: Katrin Michaels
Residenztheater, München


*Redaktioneller Hinweis: Aus redaktionellen Gründen haben wir an dieser Stelle den Text gekürzt.

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