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Fazit / Archiv | Beitrag vom 22.07.2018

Theaterintendant über Demonstration "#ausgehetzt""Ich sage 'ja' zum Anstand"

Christian Stückl im Gespräch mit Eckhard Roelcke

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Teilnehmer der Demonstration "Ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst" (imago stock&people)
Teilnehmer der Demonstration "Ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst" (imago stock&people)

Die CSU im Münchner Stadtrat wollte den städtischen Theatern verbieten, an der Demonstration "#ausgehetzt" gegen einen Rechtsruck in Politik und Gesellschaft teilzunehmen. Der Intendant des Münchner Volkstheaters, Christian Stückl, über die Demo und die kommende Landtagswahl.

Obwohl es geregnet hat, haben sich nach Polizeiangaben mehr als 25.000 Menschen auf dem Königsplatz in München versammelt und unter dem Motto "#ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst!" demonstriert. Die CSU hatte auf den Demonstrationsaufruf kurzfristig mit einer Gegenkampagne reagiert. Sie hängte in der Stadt Plakate auf mit dem Aufdruck: "Ja zum politischen Anstand! Nein zu #ausgehetzt. Bayern lässt sich nicht verhetzen!".

Der Intendant des Münchner Volkstheaters, Christian Stückl, hat auf der Demonstration eine Rede gehalten, in der er die Solidarität der Münchner Theater mit der Veranstaltung bekräftigte. Auf die Plakate der CSU angesprochen, sagt er, er wünsche sich durchaus mehr Anstand.

Asylsuchenden mit Anstand begegnen

"Gerade, wenn es um die Wortwahl geht. Ich merke, wie sich bestimmte Wörter in meiner Umgebung verbreiten, wie 'Asyltourismus'. Ich denke, man sollte diesen Menschen (den Asylsuchenden) mit Anstand gegenüber treten. Von daher sage ich 'ja' zum Anstand. Aber das gilt auch für die CSU", so Stückl.

Das Münchner Volkstheater setze sich schon seit längerer Zeit für die Rechte Geflüchteter ein, unterstreicht Intendant Stückl. "Und plötzlich im Zusammenhang mit der Landtagswahl wird die CSU nervös. Ich weiß es nicht, warum sie jetzt da in dieser einen Sache so überreagiert", meint der 56-Jährige.

Umdenken bis zur Landtagswahl

Mit Blick auf die Landtagswahl sagt Stückl, er hoffe, dass bei der CSU noch ein Umdenken stattfinde. "In Bayern ist die CSU bis jetzt immer eine wirkliche Volkspartei und sie können ja nicht davon ausgehen, dass alle, die hinter dieser Volkspartei stehen, jetzt plötzlich dieses AfD-Vokabular gutfinden. Ich hoffe, dass sie da noch mal umkehren und mildere Töne anschlagen", so Stückl.

(beb)

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