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Lesart / Archiv | Beitrag vom 20.10.2016

Terézia Mora: "Die Liebe unter Aliens"Wie wir uns erkriechen

Terézia Mora im Gespräch mit Frank Meyer

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Zwei Schaufensterfiguren schauen sich an.  (  picture alliance / dpa / Victoria Bonn-Meuser)
In einer Erzählung des Bandes versucht ein Paar durch einen Ausflug ans Meer die Beziehung zu retten. ( picture alliance / dpa / Victoria Bonn-Meuser)

Über die Liebe ist alles gesagt? Gewiss nicht. Das zeigt der neue Erzählband "Die Liebe unter Aliens" von Terézia Mora. Mit viel Gespür für die feinsten menschlichen Regungen lässt sie uns Zeuge werden von glückvollen und scheiternden Beziehungen.

Die Idee für den Erzählband sei aus einer wahren Begebenheit entstanden, sagte Terézia Mora auf der Frankfurter Buchmesse im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Sie habe mit einer Freundin in der Küche gesessen und plötzlich habe diese gesagt: "Da ist so ein Licht. Ich kann dich nicht angucken. Du siehst aus wie ein Alien". Mora selbst habe dann auch etwas Sonderbares gespürt.

Alle Geschichten des Bandes kreisten um das "Miteinanderklarkommen". "Wir erkriechen uns mehr als wir uns erfliegen. Es spricht für uns, dass wir das Erkriechen auf uns nehmen", so Mora.

Erzählungen als "Frischzellenkur"

Mora schreibt zurzeit an einer Romantriologie, für deren ersten Teil "Ungeheuer" sie im Jahr 2013 den Deutschen Buchpreis bekam. Als Abwechslung zur Arbeit an den Romanen habe das Schreiben der Erzählungen ihr sehr gut getan, eine Art "Frischzellenkur", meinte Mora.

"Ich habe mich aufgeladen durch die anderen Figuren. Jetzt kann es munter weitergehen." 

Terezia Mora, Schriftstellerin (Foto: Luchterhand Literaturverlag)Terezia Mora, Schriftstellerin (Foto: Luchterhand Literaturverlag)

Mit dem Erzählband kehrt die aus Ungarn stammende Terézia Mora zur ihren schriftstellerischen Anfängen zurück. Sie debütierte 1999 mit dem Erzählband "Seltsame Materie" über das Dorfleben an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich, für den sie den Ingeborg-Bachmann-Preis bekam.

"Als reife Schrifstellerin habe ich noch nie erzählt. Es war wunderbar. Es ist schön, zu reifen. Es ist schön, zu der Erzählform zurückzukehren. Man kann sie innerhalb einer bestimmten Zeit fertig machen. Dieses Erfolgserlebnis hat auch der Leser." 

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(Deutschlandradio Kultur, Im Gespräch, 07.11.2014)

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