Seit 05:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 01.04.2020
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Breitband | Beitrag vom 28.04.2018

Technologie und SpracheStirbt die Fremdsprache aus?

Philip Banse im Gespräch mit Caroline Lehr, Aljoscha Burchardt und Jannis Androutsopoulos

Beitrag hören Podcast abonnieren
Verschiedene Wörterbücher für unterschiedliche Sprachen stehen am 30.12.2012 in Berlin in einem Regal. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Wörterbücher braucht vielleicht bald kein Mensch mehr - falls tatsächlich der digitale Babelfisch kommt. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Sprache ist der Schlüssel zur Welt und die Grundlage des sozialen Miteinanders – für die, die die benötigte Sprache beherrschen. Für die anderen kann Sprache zur unüberwindbaren Barriere werden. Können neue Technologien das ändern?

"Jetzt ein Babelfisch..." - den Gedanken kann man schon mal bekommen, wenn man sich an einem Ort aufhält, an dem man die Landessprache nicht spricht, im Bürokratie-Dschungel einer fremden Sprache gefangen ist oder einer fremdsprachigen Unterhaltung so gar nicht folgen kann. Einfach den kleinen Babelfisch aus Douglas Adams' Roman "Per Anhalter Durch die Galaxis" ins Ohr, der einem jede Sprache in Echtzeit übersetzt, und schon sind alle Sprachbarrieren beseitigt.

Wird der Babelfisch dank künstlicher Intelligenz bald Realität?

So ein universeller, allwissender Simultanübersetzer war lange nur ein hübsches Hirngespinst aus SciFi-Romanen – aber durch den technologischen Fortschritt in den Bereichen der Spracherkennung und der künstlichen Intelligenz könnte ein digitaler Babelfisch Realität werden. Und zu einer inklusiveren, verständlicheren und verständnisvolleren Welt führen?

Die Sache mit der Spracherkennung ist kompliziert, und Übersetzung ist nicht gleich Übersetzung – oft fällt es selbst professionellen Simultandolmetscherinnen und -dolmetschern nicht leicht, auch den Subtext des Gesagten mitzuübersetzen. Diese Subtexte und Zusammenhänge fallen Maschinen nach wie vor schwer und könnten womöglich dazu führen, dass Sprache zu einer Monokultur verkommt, wenn man sie komplett in die Hände von künstlicher Intelligenz legt. 

Aber wie viel können Maschinen im Bereich der Übersetzung und Spracherkennung überhaupt schon leisten? Wie verändern diese Technologien die Art, wie wir Sprachen lernen – im positiven wie im negativen? Und welche Auswirkungen hätte ein digitaler Babelfisch auf unsere Gesellschaft?

Kann Technologie Sprachbarrieren aufheben?

Darüber spricht Philip Banse mit der Linguisitin Dr. Caroline Lehr von der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, mit dem Computerlinguisten Dr. Aljoscha Burchardt vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz und dem Hamburger Linguistik-Professor Dr. Jannis Androutsopoulos.

Das Team

Moderation: Philip Banse
Redaktion: Bettina Conradi und Jana Wuttke
Webredaktion: Mike Herbstreuth

Mehr zum Thema

Typisch deutsch: Fremdsprachen - Perfektionismus erschwert die Kommunikation
(Deutschlandfunk Kultur, Typisch deutsch?, 29.03.2018)

Schriftsteller Rein Raud - "Sprachen sind wie Türen zu anderen Völkern und Zeiten"
(Deutschlandfunk Kultur, Im Gespräch, 20.11.2017)

Trends auf der Hannover Messe - Künstliche Intelligenz für den Mittelstand
(Deutschlandfunk, Wirtschaft am Mittag, 23.04.2018)

Breitband

Breitband SendungsüberblickHandydaten gegen die Coronakrise
Eine Frau läuft durch eine Straße, trägt einen Mundschutz und Sonnenbrille und blickt dabei auf ihr Handy, das sie vor sich trägt. (picture alliance/NurPhoto/Beata Zawrzel)

Weltweit spielen Regierungen Möglichkeiten durch, wie Handydaten im Kampf gegen das Virus genutzt werden können. Aktuell scheint eine Entscheidung fällig: Bürgerrechte bewahren oder Überwachung legitimieren – oder gibt es eine Lösung zwischen diesen Polen?Mehr

Maker-SzeneBeatmungsgeräte im Eigenbau
3D Modell basierend auf einem Open-Source-Vorschlag der Rice University, erstellt von Jonas Ohnemus (Jonas Ohnemus)

Krankenhäuser auf der gesamten Welt brauchen in der Corona-Krise mehr Beatmungsgeräte. Projektgruppen aus der Maker-Szene arbeiten deshalb an Lösungen für einfache Beatmungsgeräte – und die sind durchaus vielversprechend.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur