Seit 21:30 Uhr Alte Musik
Mittwoch, 25.11.2020
 
Seit 21:30 Uhr Alte Musik

Weltzeit | Beitrag vom 27.10.2020

Supermächte China und USADer Kampf um die Poleposition

Von Torsten Teichmann und Steffen Wurzel

Beitrag hören Podcast abonnieren
Xi Jinping begrüßt Donald Trump während einer Zeremonie in Peking 2017, im Hintergrund stehen Soldaten Spalier. (Getty Images / Thomas Peter)
Ein Bild aus besseren Tagen - US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping 2017 in Peking. (Getty Images / Thomas Peter)

Eiszeit zwischen USA und China den größten Wirtschaftsmächten der Welt: Streit über den Ursprung des Coronavirus, über den Konzern Huawei, über Hongkong, über Tibet, über Menschenrechte, über TikTok. Es gilt Konkurrenz statt Koexistenz. And the winner is?

Die Beziehungen zwischen China und den USA sind so schlecht wie seit vierzig Jahren nicht mehr. Ausgangspunkt war der von der US-Regierung angezettelte Handelskrieg im vergangenen Jahr, der zu Sonderzöllen auf Waren im dreistelligen Milliardenbereich geführt hat.

Seit 1979 unterhalten die USA und die Volksrepublik China offizielle diplomatische Beziehungen, die ihre Höhen und Tiefen hatten. Doch jetzt warnt sogar UN-Generalsekretär António Guterres angesichts der Spannungen zwischen beiden Ländern vor einem neuen Kalten Krieg.

Donald Trump, Praesident der Vereinigten Staaten von Amerika, und Xi Jinping, Praesident der Volksrepublik China, sind auf einem Graffitto des Strassenkuenstlers Eme Freethinker kuessend und mit Mundschutz zu sehen // Donald Trump, President of the United States of America, and Xi Jinping, President of the People s Republic of China, can be seen kissing and wearing a face mask on a graffiti by street artist Eme Freethinker Foto: bildgehege Donald Trump und Xi Jinping von Eme Freethinker  (www.imago-images.de)Augen zu und durch - Donald Trump und Xi Jinping in Coronazeiten friedlich vereint. Tempi passati? (www.imago-images.de)

Unter US-Präsident Trump hat sich die China-Politik verändert. Aus US-Sicht profitiert China deutlich mehr als die USA vom gemeinsamen Business. In dem aktuellen Streit geht es um Wirtschaft, um Handel und Technologie. Es geht um TikTok und WeChat. Es geht um Taiwan, das Südchinesische Meer, Xinjiang, Hongkong und vieles mehr.

"Wandel durch Handel" hat nicht funktioniert

Aus westlicher Sicht ist das Konzept "Wandel durch Handel" grandios gescheitert. Die kommunistische Führung hat die Volksrepublik in den vergangenen Jahrzehnten zwar wirtschaftlich modernisiert, politisch-gesellschaftlich aber ist China heute deutlich verschlossener und restriktiver als noch vor zehn Jahren.

"Wir verschenken eine Weltzeit"
Über welches Thema oder welche Region auf der Welt möchten Sie gern mehr hören? Schicken Sie uns bitte Ihre Vorschläge bis zum 10. November an weltzeit@deutschlandradio.de. Und am 23. Dezember hören Sie dann vielleicht Ihre Wunsch-Weltzeit.

Seit dem Machtantritt von Xi Jinping im Jahr 2013 geht die Staatsführung systematisch gegen alles vor, was auch nur ansatzweise den Machtanstpruch der KP in Frage stellt.

TikTok closeup logo displayed on a phone screen, smartphone on the American flag or U.S. flag, the national flag of the United States are seen in this multiple exposure illustration. Tik Tok is a Chinese video-sharing social networking service owned by a Beijing based internet technology company, ByteDance.  It is used to create short dance, lip-sync, comedy and talent videos. ByteDance launched TikTok app for iOS and Android in 2017 and earlier in September 2016 Douyin fror the market in China. TikTok became the most downloaded app in the US in October 2018. President of the USA Donald Trump is threatening and planning to ban the popular video sharing app TikTok from the US because of the security risk.  On August 3, 2020 in Thessaloniki, Greece.(Photo by Nicolas Economou/NurPhoto) | Keine Weitergabe an Wiederverkäufer. (picture alliance / NurPhoto / Nicolas Economou)800 Millionen User nutzen die chinesische Video-App TikTok. Nur ein Konfliktpunkt im Machtkampf zwischen den USA und China. (picture alliance / NurPhoto / Nicolas Economou)

Strategisch betrachtet, überlagert die Konfrontation mit China für die Vereinigten Staaten schon jetzt alle anderen Konflikte. Es existiert bereits, das Wettrüsten beider Supermächte. Es geht darum, den Gegner zu zwingen, immer mehr Geld für neue Waffensysteme auszugeben.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Für viele internationale Politologen ist der viel zitierte "clash of cultures" heute schon Realität. In diesem Großmächtekonflikt wird China in vielen Bereichen immer mehr zu einem Konkurrenten der USA. 

Coronabedingt kaum Kontakt zwischen beiden Ländern

Ein Trend, der sich fortsetzt: Wegen der Coronakrise halten beide Staaten die Grenzen dicht. Es gibt kaum Flugverbindungen, keine touristischen Reisen mehr. Selbst der wissenschaftliche und kulturelle Austausch existiert nicht mehr. Die Spekulationen von US-Präsident Trump im Mai über die Herkunft des Coronavirus aus einem Labor in Wuhan haben die Atmosphäre zusätzlich vergiftet. Es gibt dafür bis heute auch keinerlei Beweise.

Unabhängig davon, wer in der kommenden Woche die US-Präsidentenwahl gewinnt: Dieser Konflikt ist gekommen, um zu bleiben. 

(ik)

Weltzeit

Neu-Delhi und CoronaVirus trifft Smog
Die romantische Stimmung zum Sonnenaufgang ist vor lauter Smog kaum zu erkennen. (picture alliance/ ZUMA Press/ Manish Rajput)

Über 500.000 Corona-Infizierte gibt es in Neu-Delhi derzeit. Die hohe Feinstaubbelastung besonders jetzt im Winter erschwert den Krankheitsverlauf und erhöht die Sterberate der Betroffenen. Und dann ist auch noch Festivalsaison in Indien. Mehr

Ungarns neue EliteWie EU-Gelder Orbáns Macht sichern
Zu sehen ist Viktor Orban, Premierminister von Ungarn. Im Hintergrund ein Mann mit Mund-Nasen-Bedeckung. (dpa / AP / EPA Pool / Stephanie Lecocq)

Als Viktor Orbán 2010 Ungarns Premierminister wurde, leitete sein Schulfreund Lörinc Mészaros einen Klemptnerbetrieb. Jetzt ist er Milliardär. Freunde und Familie von Orbán wurden reich, auch dank EU-Geldern - vor allem aus dem Agrarsektor.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur