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Fazit / Archiv | Beitrag vom 06.11.2015

Streit um Festspieletat in Bad Hersfeld"Man hat den Eindruck, das ist jetzt die Retourkutsche"

Dieter Wedel im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Der Regisseur Dieter Wedel, neuer Intendant der Bad Hersfelder Festspiele, steht am Tag seiner Vorstellung in der Stiftsruine von Bad Hersfeld. (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)
Regisseur Dieter Wedel in der Stiftsruine von Bad Hersfeld. Über die Haushaltssperre zeigte er sich entsetzt. (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)

Die Stadtverordneten von Bad Hersfeld haben überraschend eine Art Haushaltssperre für die dortigen Festspiele verhängt. Intendant Dieter Wedel hat daher sämtliche Verhandlungen mit Schauspielern eingestellt - und schließt seinen Rücktritt nicht aus.

"Ich habe heute auch veranlasst, dass alle Gespräche mit den Schauspielern und alle weiteren Verhandlungen erstmal unterbleiben", sagte Intendant Dieter Wedel auf Deutschlandradio Kultur. Schließlich sei nicht sicher, ob er Verträge erfüllen könne. "Das wird ein großer Schaden sein - wenn es denn je zu den Aufführungen kommt." 

Die Stadtverordnetenversammlung von Bad Hersfeld hatte sich geweigert, 175.000 Euro zu bewilligen, mit denen das Defizit der vergangenen Festspiele nachträglich beglichen werden sollte. Damit gebe es eine "faktische Haushaltssperre", teilte Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) mit. Wedel interpretiert das Votum als Revanche für die Kündigung seines Vorgängers Holk Freytag, der vom Bürgermeister wohl persönlich angegriffen worden sei. Denn federführend hätten Stadtverordnete von SPD und Grünen gemauert. "Man hat so den Eindruck, das ist jetzt die Retourkutsche", sagte Wedel.

"Das Volksvertreter das Recht haben, Fragen zu stellen, das ist doch ganz unbestreitbar. Nur die Art und Weise, wie das hier geschieht, das finde ich schrecklich", meinte Wedel. Seinen eigenen Rücktritt vom Amt des Intendanten schloss er nicht aus, wollte den Streit aber auch nicht zu sehr dramatisieren. Es sei allerdings wichtig, dass der Etat innerhalb der kommenden 14 Tage genehmigt werde, um weiteren Schaden von den Festspielen abzuwenden.

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