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Fazit | Beitrag vom 17.08.2021

Streit um Deutsches FotoinstitutEssen, Düsseldorf - oder vielleicht Berlin?

Gegenüberstellung von zwei Aufnahmen der Ausstellungsorte Zeche Zollverein in Essen bei einer abendlichen Veranstaltung sowie dem Eingangsportal des Ehrenhofs in Düsseldorf mit Springbrunnen und blauem Himmel.  (imago / blickwinkel / S. Ziese, imago / Schöning)
Wird das Deutsche Fotoinstitut auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen oder im Ehrenhof in Düsseldorf realisiert? Oder ganz woanders? (imago / blickwinkel / S. Ziese, imago / Schöning)

Dass es ein Deutsches Fotoinstitut geben wird, ist sicher. Nur in welcher Stadt ist noch nicht klar. Die Entscheidung für Essen oder Düsseldorf wurde verschoben – und vielleicht wird es am Ende keine von den beiden Städten.

Essen oder Düsseldorf? Das ist die zentrale Frage, wenn es um das geplante Deutsche Fotoinstitut geht. Jetzt ist klar: Vor der Bundestagswahl wird keine Entscheidung über den Standort gefällt. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen der nordrhein-westfälischen Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen, dem Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, Expertinnen und Experten der Fotokunst und Fotokünstlerinnen und -künstlern.

Eingeladen hatte Kulturstaatssekretärin Monika Grütters. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller hatte abgesagt, weil er eine einseitige Runde befürchtete.


Was spricht für welchen Standort?

Düsseldorf verweist vor allen Dingen auf eine gesicherte Finanzierung. Sowohl die Stadt Düsseldorf als auch das Land Nordrhein-Westfalen haben eine Förderung des Instituts zugesagt. Auch im Bundeshaushalt stehen Mittel bereit.

Essen wiederum punktet mit dem Votum einer Expertenkommission, die von Monika Grütters einberufen wurde. Außerdem spricht sich eine von der Kulturstaatssekretärin beauftragte Machbarkeitsstudie für Essen aus.

Manche Stimmen bringen als dritte Möglichkeit die Bundeshauptstadt ins Gespräch. Der Fotograf Stephan Erfurt argumentiert historisch: "Da sage ich ganz klar Berlin. Es gab ja schon mal hier in Berlin die Idee, ein deutsches Zentrum für Fotografie zu gründen, im Jahr 1999." [AUDIO] Ein zentraler Standort sei für ihn das Maß aller Dinge, so Erfurt, aber wenn es nicht anders ginge, könne er sich auch eine Kombination aus Essen und Düsseldorf vorstellen.

Wie verlief die Debatte?

Vor allen Dingen hitzig. Sowohl Essen als auch Düsseldorf kämpfen mit großem Einsatz um das Institut. Sehr früh hat sich der Fotograf Andreas Gursky für ein Deutsches Fotoinstitut engagiert und dann den Standort am Düsseldorfer Ehrenhof ins Gespräch gebracht.

In Essen wäre das Institut auf dem Gelände der Zeche Zollverein untergebracht. Nachdem Essen durch die Machbarkeitsstudie scheinbar Oberwasser bekommen hatte, brachte Düsseldorf eine Cluster-Lösung ins Gespräch: Zwei Institutionen an den beiden Standorten, die eng miteinander kooperieren. Das könne wertvolle Synergien schaffen, sagt der Düsseldorfer Oberbürgermeister.

Halbwegs sicher sind die finanziellen Dimensionen. Um die 125 Millionen Euro soll das Institut kosten. 50 Stellen sollen geschaffen werden.

Wozu ein Deutsches Fotoinstitut?

Das Deutsche Fotoinstitut soll analog zum Deutschen Literaturarchiv in Marburg funktionieren: Es soll das fotografische Kulturerbe erhalten. Was das genau bedeutet, werden erst die konkreten Planungen zeigen, die nach der Standortentscheidung begonnen werden.

Auf jeden Fall sollen Nachlässe von Fotografen gesammelt werden, es soll zu Restaurierung und Konservierung geforscht werden und Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen zum Thema Fotografie sollen organisiert werden.

(beb)

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