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Tonart | Beitrag vom 07.12.2020

Streamingdienst MoodagentBekannte Masche in neuem Gewand

Ina Plodroch im Gespräch mit Carsten Beyer

Ein Mann mit geschlossenen Augen hört über Kopfhörer Musik (Getty Images / Westend61)
Moodagent aus Dänemark setzt auf Stimmung. Doch das machen andere Streamingdienste schon länger. (Getty Images / Westend61)

Der Streamingmarkt wächst, und neben Spotify oder Apple-Music versuchen auch kleinere Dienste wie Moodagent aus Dänemark ihr Glück. Der Wettbewerber biete jedoch nicht viel Neues, findet Musikjournalistin Ina Plodroch. Mit einer Ausnahme.

300 Millionen Hörerinnen und Hörer hat der Musikstreamingdienst Spotify, und Apple-Music kann immerhin 70 Millionen vorweisen. Alle paar Monate vermelden die Streamingdienste neue Rekorde, wenn es um ihre Abonnentenzahlen geht.

Streaming-Boom zieht neue Anbieter an

Und der Streamingmarkt wächst: Für das erste Halbjahr 2020 ist der Bereich Audiostreaming um 20 Prozent gestiegen. Mittlerweile erzielt der deutsche Musikmarkt mehr als zwei Drittel seines Umsatzes durch das Streaminggeschäft. Klar, dass auch andere Anbieter einen Anteil von diesem wachsenden Marktsegment ergattern wollen.

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Nun bringt sich ein neuer Streamingdienst in Stellung: Moodagent aus Dänemark. Der Anbieter setze, wie der Name schon sagt, auf Stimmungsplaylists, erklärt Musikjournalistin Ina Plodroch. Als Nutzerin oder Nutzer suche man sich einen oder mehrere Songs, die einem zusagten, und stelle dann die eigene Stimmung mit einem Rädchen ein. So erhalte man seine Liste.

Stimmung auch bei Spotify sehr wichtig

Der Streamingdienst werbe mit einer "smarten KI-Technologie", die den Musikgeschmack der Nutzerinnen und Nutzer analysieren solle und dann ein individuelles Hörprofil erstelle. Das basiere angeblich nicht nur auf zuvor Gehörtem oder Charts, sondern auf "Kriterien wie Stimmungen, Genre, Instrumentierung und Tempo".

Doch dieses Prinzip sei weder einzigartig noch neu, erklärt Ina Plodroch. Beispielsweise seien das Kriterium "Stimmung" und dezidierte Stimmungsplaylists auch bei Spotify sehr wichtig. Moodagent bezeichne lediglich als "KI", was andere Anbieter "Algorithmus" nennen.

Was fehlt: faire Konditionen für die Kreativen

Ein Argument für den Dienst sei, dass Moodagent ein bisschen mehr in der Musikgeschichte grüben, als die anderen das machen, so Plodroch.

Was es tatsächlich brauche auf dem von wenigen mächtigen Anbietern dominierten Markt, sei ein Streamingdienst, der Künstlerinnen und Künstler fair vergüte. Das sei aber auch Moodagent nicht, sagt Plodroch. Und: "Die nächste Stimmungsmaschine, die fehlt nicht wirklich."

(abr)

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