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Kompressor | Beitrag vom 01.11.2018

Stimm-Artist Andreas SchaererDie Stimme als liebstes Spielzeug

Andreas Schaerer im Gespräch mit Timo Grampes

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Eine Szene mit Sänger und Stimmartist Andreas Schaerer aus dem Film "Der Klang der Stimme" (© mindjazz pictures. )
Stimm-Artist Andreas Schaerer: Erforschen, was es mit der Stimme an Möglichkeiten gibt. (© mindjazz pictures. )

Der Dokumentarfilm "Der Klang der Stimme" sucht nach Transzendenzerfahrungen in der Musik und begleitet unter anderem den Stimm-Artisten Andreas Schaerer. Er sagt, wenn er intuitiv mit seiner Stimme als Instrument umgehe, könne er mit dem Augenblick verschmelzen.

Andreas Schaerer ist Stimmkünstler und Jazzmusiker – und er ist einer der Protagonisten im Dokumentarfilm "Der Klang der Stimme", für den das Filmteam ein Jahr lang vier Menschen begleitet hat, die mir ihrer Stimme arbeiten oder sich beruflich mit der menschlichen Stimme beschäftigen. Die Kamera begleitet Schaerer bei Proben und auf einer Tournee in Japan und zeigt, wie er versucht, neue Klänge zu finden. Es geht dabei auch um die Suche nach der Magie und der transzendierenden Kraft der menschlichen Stimme.

Im Film gibt es etwa eine Szene, in der Schaerer mit dem Schlagzeuger Lucas Niggli auftritt: "Das ist ein Projekt, bei dem wir jeweils komplett improvisierte Musik spielen", sagt Schaerer zu der Szene. "Da sind keine Songs vorab besprochen, sondern wir gehen auf die Bühne und spielen eine Stunde komplett freie Musik."

Grenzen des Instruments ausloten

Schaerer sagt von sich und seinen Zielen: "Ich bin im Jazz zu Hause und wie viele andere Musiker und Musikerinnen, versuche auch ich, die Grenzen meines Instruments auszuloten. Und bei mir ist das eben die Stimme." Er versuche, mit den anderen Musikern, mit dem Publikum, aber auch mit dem Ort in einen Dialog zu treten.

Wenn er ein Lied einfach singe, dann gebe es weniger Schnittpunkte, als wenn er sich perkussiv oder bläserartig mit anderen Musikern verbinde. "Was es da alles an Möglichkeiten gibt, das bin ich am Erforschen."

Schaerer sagt von sich, er habe ganz früh, als kleiner Junge, angefangen, die Stimme als sein liebstes Spielzeug zu nutzen. "Ich glaube, ich kann mich über dieses Instrument sehr direkt ausdrücken. Das Instrument ist ja in meinem Körper drin, das heißt, ich kann sehr intuitiv mit diesem Instrument umgehen und das fühlt sich für mich sehr intensiv an. Und es ermöglicht mir auch, mit dem Moment zu verschmelzen, also im Hier und Jetzt eins zu werden mit der Musik, mit dem Augenblick – und alles andere zu vergessen."

Unkontrollierte Klänge

Der Film zeigt, wie ekstatische Zustände mit der Stimme erreicht werden. Schaerer sagt dazu, wenn man die Stimme unreflektiert einsetze, wie es kleine Kinder machten oder Erwachsene, wenn sie sehr zornig oder traurig oder verzweifelt seien, dann kämen Klänge heraus, die nicht mehr kontrolliert sind, die nicht mehr mit Worten arbeiten.

Wenn man es schaffe, musikalisch in diesen Geisteszustand zu kommen, wo man die Stimme komplett intuitiv nutzt – "das hat eine Intensität". Und das könne auch sehr berührend für die Zuschauer sein, denn die würden das ja auch kennen.

(mf)

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