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Literatur / Archiv | Beitrag vom 01.10.2017

Spurensuche in Bagdad Unterwegs mit Autor Najem Wali

Von Najem Wali

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Ein Iraker auf dem freitäglichen Buch-Markt im Zentrum von Bagdad (2014) (dpa / picture alliance / EPA/ALI ABBAS )
Ein Iraker auf dem freitäglichen Buch-Markt im Zentrum von Bagdad (2014) (dpa / picture alliance / EPA/ALI ABBAS )

Der Schriftsteller Najem Wali lebt in Berlin, doch er studierte in Bagdad im Irak. Er hat sich auf die Suche gemacht nach dem herrlichen und legendären Bagdad, das es einmal gab. Und Najem Wali erzählt vom heutigen Bagdad, in der die Gewalt fast zwingend Teil der Erzählung wird.

Aus Bagdad erreichen uns Nachrichten und schreckliche Bilder, ohne dass wir je vom Alltag der Menschen und von ihren Lebenssituationen erfahren. Dabei trifft man in der Stadt, in der die Erzählungen aus "Tausendundeine Nacht" entstanden, überall auf Geschichten, neue wie alte. Sie erzählt der Schriftsteller und Wahlberliner Najem Wali, der in Bagdad studierte. Er flaniert durch die legendäre Buchhändlerstraße (at-Tariq al-Mutanabbi) und die zentrale Al-Rashid-Straße hinunter. Wali sucht nach Spuren des herrlichen und legendären Bagdad, dem er 2015 sein Buch "Erinnerungen an eine Weltstadt" gewidmet hat.

Najem Wali auf dem blauen Sofa , aufgenommen im Oktober 2015, auf der 67. Frankfurter Buchmesse, in Frankfurt/Main (Hessen) (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)Najem Wali auf dem blauen Sofa , aufgenommen im Oktober 2015, auf der 67. Frankfurter Buchmesse, in Frankfurt/Main (Hessen) (dpa / picture alliance / Uwe Zucchi)

Wali sammelt auch Geschichten von heute: von Security-Leuten, die ihn eskortieren, von einer Blondine aus Deutschland, die in Bagdad lebt und mit dem Fahrrad durch die Straßen fährt. Er begegnet jungen Künstlern, geht mit ihnen in Bars, trinkt Bier und Arak und hört auch den Kellnerinnen zu.

Von schlechten Nachrichten lässt er sich nicht einschüchtern. Zwei Autobomben explodieren in der Zeit seines Aufenthalts, sechs wurden entschärft, eine unweit seines Hotels im Bezirk al-Karrada. Die Gewalt ist ein Teil der Geschichten geworden.

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