Seit 05:05 Uhr Aus den Archiven
Samstag, 16.10.2021
 
Seit 05:05 Uhr Aus den Archiven

Interview / Archiv | Beitrag vom 02.11.2015

SPD-Haltung zu AsyldebatteLambrecht: Transitzonen sind "große Haftanstalten"

Christine Lambrecht im Gespräch mit Marianne Allweiss und André Hatting

Christine Lambrecht, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion. (imago/IPON)
Christine Lambrecht, Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, wirft der Union vor, auf ein "Ausweichspielfeld zu gehen, nur um den Eindruck zu erwecken, es würde etwas verbessert." (imago/IPON)

Die SPD sagt klar "nein" zu den von der Union geforderten Transitzonen für Flüchtlinge ebenso wie zu Beschränkungen beim Familiennachzug. SPD-Politikerin Christine Lambrecht ist für eine konsequente Umsetzung schon beschlossener Maßnahmen.

Im Deutschlandradio Kultur sagte die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD im Bundestag, Christine Lambrecht, notwendig sei jetzt, den Zuzug von Flüchtlingen zu verlangsamen. Deswegen stelle sich die Frage, ob die von der Union vorgeschlagenen Maßnahmen in diese Richtung gingen. Insbesondere bei den geforderten Beschränkungen beim Familiennachzug könne sie das aber nicht erkennen:

"Jetzt auf so ein Ausweichspielfeld zu gehen, nur um den Eindruck zu erwecken, es würde etwas verbessert ( ... ): Ich glaube, das ist auch nicht redlich", sagte sie. "Und deswegen ist es auch so schwer, diesen Vorschlag zu akzeptieren." Zudem gehe es nur um eine "ganz geringe Anzahl" von Personen, die der Vorschlag überhaupt betreffe, sagte Lambrecht.

Die SPD-Politikerin plädierte hingegen für eine "konsequente Umsetzung" des schon Beschlossenen. Asylanträge müssten zügig bearbeitet, abgelehnte Asylbewerber rückgeführt werden. Sie warb auch erneut für die von der SPD vorgeschlagenen Einreisezentren und sprach sich deutlich gegen die von der Union geforderten Transitzonen aus, die sie als "große Haftanstalten" bezeichnete:

"Wir wollen das freundliche Gesicht, das Frau Merkel immer angemahnt hat gegenüber Flüchtlingen, das wollen wir jetzt nicht mit der Androhung von Haft konterkarieren."

Mehr zum Thema:

Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt - Landrat von Augsburg sieht zu wenig Ergebnisse
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 2.11.2015)

Streit um Flüchtlinge - Unionsfraktionsvize mahnt zur Mäßigung im Ton
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 31.10.2015)

Flüchtlingskrise - Bayern als Transitland
(Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 20.10.2015)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Maler Werner BüttnerEin "junger Wilder" geht in Rente
Für das Gemälde "Rosenscharmützel" wählte Werner Büttner die Umsetzung mit Öl auf Leinwand (2007). (Werner Büttner / VG Bild-Kunst, Bonn 2021 / Foto: Egbert Haneke)

Seit den 1980er-Jahren mischte Werner Büttner mit provozierenden Bildern das Kunst-Establishment auf. 32 Jahre lang lehrte er zudem als Kunstprofessor in Hamburg. Zum Abschied widmet ihm die Kunsthalle Hamburg eine Retrospektive: "Last Lecture Show".Mehr

Helene Fischers neues AlbumKontrollierter Rausch
Die Sängerin Helene Fischer agiert beim steht mit Mikrofon und in weißem Oberteil auf einer Bühne und singt.  (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

Der Titel "Rausch" verspricht Ekstase. Aber allzu ekstatisch geht es in Helene Fischers neuem Album nicht zu, findet unser Musikkritiker Martin Böttcher. "Da passen die Strippenzieher im Hintergrund schon auf, dass Helene Fischer nicht ausrastet."Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur