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Fazit | Beitrag vom 04.08.2019

Sommerkongress von Fridays for FutureTschüss Kapitalismus, hallo Klimaschutz

Thomas Köck im Gespräch mit Britta Bürger

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Demonstranten von Fridays for Future protestieren in der Innenstadt von Dortmund. (picture alliance/Marius Becker/dpa)
Mit ihren Demonstrationen hat es die Fridays for Future-Bewegung geschafft, das Thema Klimaschutz weltweit auf die Agenda zu setzen. (picture alliance/Marius Becker/dpa)

1600 Schülerinnen und Schüler haben in Dortmund über den Klimaschutz diskutiert. Für den Dramatiker Thomas Köck ist Klimaschutz eine Systemfrage - und wird nur ohne Kapitalismus funktionieren. Er setzt große Hoffnungen in die Fridays for Future-Bewegung.

Die "Fridays for Future"-Bewegung hat eine positive Bilanz ihres Sommerkongresses in Dortmund gezogen. Das größte Ziel sei gewesen, Menschen zu motivieren, weiterhin für das Klima zu streiken, hieß es von Seiten der Organisatoren. *

Seit Mittwoch hatten sich rund 1600 junge Menschen über ihre Erfahrungen bei den wöchentlichen Schulstreiks für mehr Klimaschutz ausgetauscht. Die Aktivistinnen und Aktivisten riefen für den 20. September zur nächsten internationalen Kundgebung auf. An diesem Tag will auch das Klimakabinett der Bundesregierung konkrete Beschlüsse zum Klimaschutz fassen.

Apokalypse als Ausrede

Die Klima-Trilogie des österreichischen Dramatikers Thomas Köck ist so etwas wie der Theatertext der Stunde. In den drei Stücken "paradies fluten", "paradies hungern" und "paradies spielen" geht er davon aus, dass es durch das kapitalistische Wirtschaftssystem zwangsläufig zur Klimakatastrophe kommen wird.

Köck sagte im Deutschlandfunk Kultur, es könne nicht darum gehen, den Kapitalismus ein bisschen grüner oder fairer zu gestalten. Trotz der Systemfrage stoße man beim konsequenten Klimaschutz auch auf die Frage nach der Schuld jedes Einzelnen und der historischen Verantwortung, erklärte er.

Porträt von Thomas Köck (Thomas Köck / privat)Thomas Köck warnt vor der Illusion eines "saubereren Kapitalismus". (Thomas Köck / privat)
Der diesjährige Gewinner des Mülheimer Dramatikerpreises sagte, das Gerede über die Apokalypse diene heutzutage als Ausrede. Man könne sich offenbar eher das Ende der Welt vorstellen als das Ende des Kapitalismus - oder auch nur eine Alternative zu diesem Wirtschaftssystem. Vor diesem Hintergrund sei der Kongress ein wichtiges Zeichen, betonte er. Er zeige, dass sich die Bewegung nicht auf apokalyptischen Vorhersagen ausruhe.

* Wir haben das Zitat neu zugeordnet.

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