Donnerstag, 18.07.2019
 

Interview / Archiv | Beitrag vom 14.09.2018

Sexueller Missbrauch"MitSprache" will Betroffene in Dialog bringen

Kerstin Claus im Gespräch mit Ute Welty

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Symbolfoto zum Thema Kindesmissbrauch: Man sieht ein Mädchen in einer Zimmerecke mit Teddy von hinten und im Vordergrund die Beine eines Mannes (imago/imagebroker)
Sexueller MIssbrauch war lange ein Tabuthema, deshalb ist die Vernetzung von Betroffenen umso wichtiger. (imago/imagebroker)

Mit dem Thema sexueller Missbrauch beschäftigt sich am Wochenende in Berlin der Kongress "MitSprache". Kerstin Claus gehört zu den Betroffenen, die dort zusammen kommen, und betont, wie wichtig die länderübergreifende Vernetzung ist.

Als vor acht Jahren der Skandal um sexuellen Missbrauch in Kirche, Schulen und Heimen mit Macht ins Rollen kam, hatte das auch politische Folgen. Ein Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung wurde ernannt, ein Betroffenenrat und eine Aufarbeitungskommission eingerichtet. Sie alle versuchen seither die Gesellschaft für Missbrauch zu sensibilisieren. Am Wochenende tagt in Berlin der Kongress "MitSprache", bei dem Betroffene aus zwölf Ländern zusammenkommen. Erwartet werden auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD)  und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig.

Voneinander lernen

Sexueller Missbrauch mache vor Ländergrenzen nicht halt, sagte Kerstin Claus, Mitglied des Betroffenenrates, im  Deutschlandfunk Kultur. "Täter aus Deutschland begehen auch im Ausland Straftaten." Auch die Strafermittlung sei längst international. Außerdem könne man von einander lernen, da manches in anderen Ländern besser funktioniere und in anderen Bereichen habe Deutschland eine Vorreiterrolle. "Am Ende gehen wir miteinander international gestärkt." Das habe auch der letzte Kongress vor zwei Jahren gezeigt. Es sei gelungen, zu zeigen, dass dieses Thema alle betreffe.   

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