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Echtzeit | Beitrag vom 22.05.2021

Serie "Klassik drastisch"#30 Richard Wagner - "Wesendonck-Lieder"

Von Devid Striesow und Axel Ranisch

Devid Striesow und Axel Ranisch zusammen vor dem Aufzug. (Deutschlandradio / Dennis Pauls)
Wagners Wesendonck-Liedern nähern sich Devid Striesow und Axel Ranisch gegen einen inneren Widerstand. (Deutschlandradio / Dennis Pauls)

Eine Musik mit Sogwirkung, die bei den Klassik-Nerds zwiespältige Emotionen weckt. Devid Striesow hat die Wagner-Opern lange gemieden. Wohl nicht ohne Grund. Der Versuch einer vorsichtigen Annäherung.

Devids Wiedersehensgeschenk an Axel sind die "Fünf Gedichte für Frauenstimme und Klavier" (1857-1858), die von Richard Wagners - wahrscheinlich unerfüllter - Liebesbeziehung mit Mathilde Wesendonck erzählen, der Gattin seines Mäzens Otto Wesendonck.

"Ich habe ein komisches Verhältnis zu Wagner", erklärt Devid vorweg. "Ich sah einmal vor meiner Tür bei den Mülltonnen eine Plattensammlung stehen, das waren die kompletten Opern von Wagner, nagelneu. Die klebten noch an der Folie. Ich habe sie mit hochgenommen - und genau so verschenkt. Nicht eine angehört. Ich hab mich damals nicht rangetraut. So ist mein Verhältnis zu Wagner." "Aber was hat es mit dieser Blockade auf sich?", will Axel wissen. "Es erschlägt einen", meint Devid, "auch die Emotionen, die sich dynamisch in solche Richtungen entwickeln..." "Aber es gibt einen Rausch", wendet Axel ein. "Irgendwas lullt dich so ein und saugt dich in in diese Musik rein".

Devid will sich heute nicht dem Opern-, sondern dem Liedkomponisten Wagner widmen. Es geht um die Liebe in diesen Wesendonck-Liedern. Und der sind Devid und Axel ja grundsätzlich immer zugetan. Die Entstehungsgeschichte der Lieder, in denen auch schon Motive aus "Tristan und Isolde" anklingen, ist tatsächlich sehr mit Wagners Privatleben verknüpft. Und die Liebe durchaus glaubwürdig, meinen die Klassik-Nerds. Wenn man nur nicht bei jeder Note Wagner selbst vor sich sähe! Das Berauschende dieser Lieder hat am Ende auch Axel und Devid erfasst. Doch so richtig hingeben möchten sie sich dem nicht.

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