Sendungsüberblick

Vom (Über-) Leben mit der Technologie

55:02 Minuten
29.08.2015
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In Deutschland brennen Flüchtlingsunterkünfte, Menschen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen, sterben auf ihrem Weg nach Europa in überfüllten Booten oder LKWs.
In Deutschland brennen Flüchtlingsunterkünfte, Menschen, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen, sterben auf ihrem Weg nach Europa in überfüllten Booten oder LKWs. Die Frage, wie mit der großen Anzahl von Flüchtlingen umzugehen werden soll, ist zurzeit die wichtigste in Politik und Gesellschaft.
Auch wir wollen unsere Augen davor nicht verschließen - und schauen stattdessen auf einen zukunftsweisenden Aspekt der Flüchtlingsdiskussion: Oft werden Migranten in den Medien und in sozialen Netzwerken entweder als Opfer oder als Nutznießer dargestellt - meistens jedoch als unmündige Menschen. Anja Nehls hat für uns in Berlin Flüchtlinge getroffen, die diese Unmündigkeit widerlegen, und zwar mit Smartphones: Entgegen vieler ausländerfeindlichen Meinungen ist das Telefon mehr als ein simples Statussymbol. Es sichert Überleben als mobile Bank, zur Vernetzung, zur Sprachhilfe, zur Orientierung oder für den Kontakt zur Heimat. Das Beispiel verdeutlicht: Flüchtlinge sind Vorreiter für digitale Technologien, das beobachtet der Hamburger Migrationsforscher Vassilis Tsianos. Wir sprechen mit ihm über seine These und wie Technologie als Emanzipationsinstrument erfolgreich sein kann.
Nach den Meldungen der Woche von Tim Wiese gibt's was auf die Ohren: Google Music erweitert sein Angebot jetzt auch um handverlesene, kuratierte Playlisten. Was der Konzern damit auf dem großen Markt der Streaming-Konkurrenz erreichen möchte, erklärt Jürgen Kuri von der c't im Gespräch.
Und am Ende der Sendung fällt ein Startschuss: Gemeinsam mit den Kollegen der Echtzeit beleuchten wir in dem Serial "Mehr als ein Mord - das Ende einer Flucht aus Eritrea" die Todesumstände des Asylbewerbers Khaled Idris Bahray. Im Januar diesen Jahres wurde er in Dresden ermordet, kommende Woche startet der Prozess vor Gericht. Jenni Roth geht acht Folgen lang auf Spurensuche mit offenem Ende.
Moderation: Katja Bigalke und Martin Böttcher
Netzmusik: Roland Graffé
Redaktion: Vera Linß und Jana Wuttke
Web: Miriam Sandabad
Foto: "What life could be without a mobile phone?" auf Flickr, CC BY-SA 2.0