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Breitband | Beitrag vom 25.01.2014

SendungsüberblickSciFi-Optimisten, #favelasonline und der Engelmann-Effekt

Sendungsüberblick vom 25.01.2014

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Erst wollten wir, dass alles so wird wie in diesen abgefahrenen Science-Fiction-Groschenromanen: Jeder kommuniziert mit jedem, in Echtzeit, das Weltwissen steckt in unserer Datenbrille oder noch besser: gleich unter der Haut. Und jetzt? Plötzlich das große Aufbegehren gegen die grenzenlose Vernetzung, die alle Dimensionen sprengende Überwachung, den Daten-Overkill. Schöne neue Welt, nein danke, die Idee vom Netz ist kaputt gespielt, geht nicht mehr, alles ist böse und gefährlich. Manno!

Aber auch das hat die Zunft der Science-Fiction-Autoren mit düsterem aber klarem Blick auf die technische Zukunft vorher gesehen. Einer der Pioniere des Cyberpunk ist der US-amerikanische Schriftsteller Bruce Sterling. Und ausgerechnet seine Sicht auf unsere digitale Welt ist gar nicht mal so traurig - das Netz beinhaltet für ihn auch eine Art des selbstreinigenden Prinzips, es funktioniert eher wie ein Zyklus: Die Katastrophe, die wir gerade erleben, bringt immerhin Bewusstsein und Gegenwehr hervor. Wir reden mit Bruce Sterling und erhoffen uns Trost und Lösungen aus seinem Blickwinkel und vielleicht hat er ja sogar eine frische Utopie für uns übrig.

Digitaler Wandel in Rios Favelas

Zumindest mit einem Bein in der Zukunft stehen auch die Bewohner der Favelas von Rio de Janeiro. Während es an grundlegender Infrastruktur wie Kanalisation oder Müllabfuhr noch mangelt, gehört der Zugang zum Netz für die Menschen in den Armenvierteln inzwischen zum Alltag. Nicht zuletzt mit der Folge, dass ihr Alltag sichtbarer wird. Und sie sich gesellschaftlich und politisch effektiv organisieren können. Matthias Finger zum digitalen Wandel in den Favelas.

Knapp vier Millionen Klicks auf YouTube. Gibt es noch Menschen, die das Video der jungen Poetry-Slammerin Julia Engelmann nicht gesehen haben? Die Timelines aller sozialen Netzwerke jedenfalls sind voll davon (#dernächstederdieollepostetfliegtausderliste). Und die Meinungen über dieses an sich so harmlose kleine Lied gehen diametral auseinander:  Pathetischer Online-Müll vs falsch verstandene Bildungsbürgerarroganz. Auch in der Breitband-Konferenz flogen die Fetzen. Bis alle anderen nur noch mit offenen Mündern und Kugelaugen Christine Watty und Marcus Richter anstarrten, die sich schier in Rage argumentierten. Sie werden versuchen, die Argumente des Streitgesprächs noch einmal sachlich auszutauschen.

Dass sie sich ansonsten ganz prächtig vertragen, sieht man schon daran, dass Vera Linß diese Sendung nicht alleine moderieren muss: Redakteurin Christine Watty hat Marcus Richter an ihrer Seite gelassen.

Vivian Perkovic hat ganz frische Netzmusik 2014 zusammengestellt.

Und Julia Eikmann bedient in dieser Woche die Online-Klaviatur.

 

Foto: cc by-nc-sa flickr/Jim Barker

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