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Breitband | Beitrag vom 28.01.2017

SendungsüberblickDurchs Darknet zum Licht?

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Das Darknet, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2017. Dies sind die Abenteuer der Radiosendung Breitband, die unterwegs ist, wenig kartographierte Abschnitte im Netz zu erforschen. Viele Klicks von einfachen Suchergebnissen entfernt dringen der Moderator Philip Banse und seine Gäste in Bereiche vor, die bis jetzt nur vergleichsweise wenige Menschen gesehen haben.

Unbekannte Galaxien
Das Darknet lässt sich schwer beschreiben, aber trefflich mit den unerforschten Galaxien vergleichen, die vom Raumschiff Enterprise in der gleichnamigen Fernsehserie erforscht werden: Niemand weiß so genau, was das Darknet eigentlich ist oder ob es tatsächlich nur ein Darknet gibt. Lediglich über ein Definitionsmerkmal herrscht Einigkeit: Das Darknet lässt sich weitestgehend anonym nutzen.

Damit wird das Darknet, so scheint es, zu einem Ort der Extreme: Apokalyptiker fürchten sich hier vor Händlern für Drogen, Waffen, Mordäufträgen und Kinderpornos, Apologeten lobpreisen die Möglichkeiten der anonymen Kommunikation, die Whistleblowing, Opposition, Dissidenz oder gar Revolution ermöglichen.

Zufluchtsort Darknet?
Aber weder das eine, noch das andere ist die ganze Wahrheit und über die Motivation der Nutzung kann oft nur spekuliert werden. Aber es gibt nur Stimmungen und Beobachtungen. So scheint es zum Beispiel so, dass dem Darknet, seitdem Donald Trump US-Präsident ist, vermehrte Aufmerksamkeit zukommt. Haben Kriminelle Angst vor härterem Durchgreifen der Justizbehörden? Oder fürchten sich US-Medien und -Journalisten, dass die freie Presse verboten wird und treffen Vorsichtsmaßnahmen?

In der aktuellen Ausgabe von Breitband² versuchen wir uns deshalb dem Phänomen Darknet anzunähern und zu ergründen: Was genau bedeutet Darknet heute? Ist das Tor-Netzwerk das Darknet? Was sind die technischen Vorraussetzungen? Wie anonym ist man als Nutzer und Anbieter im Darknet wirklich? Wenn ein Großteil des Geschehens im Darknet doch nicht kriminell ist: Was machen die Menschen da sonst?

Die Besatzung
Moderator Philip Banse geht nicht alleine ins Darknet, er hat sich fachkundige Unterstützung geholt:

Rene Mayrhofer
...ist Leiter des Institute of Network and Security, das einen Tor-Exit-Knoten betreibt und erforscht wozu das Darknet tatsächlich genutzt wird.

Christian Mihr
...beschäftigt sich als Aktivist, Medienpolitikexperte und Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen mit den Themengebieten Überwachung, Menschenrechte und Zensurumgehung. Auch er ist an einem Tor-Knoten beteiligt.

Theresa Züger
...forscht am Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft zu digitalen Formen zivilen Ungehorsams und ist Beirätin im Whistleblower-Netzwerk.

Weiterführende Literatur


Die Sendung wird am 28. Januar um 13:05 Uhr auf allen Frequenzen und Streams von Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt und als Podcast veröffentlicht.

Breitband

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