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Sein und Streit | Beitrag vom 06.05.2018

Sein und Streit - die ganze Sendung"68" heute - rechte Motive im linken Gewand?

Moderation: Stephanie Rohde

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Umringt von Studenten und Polizisten steht der Studentenführer Daniel Cohn-Bendit (M) vor der Sorbonne in Paris und singt die "Internationale".  Als Studentenführer maßgeblich an den Maiunruhen 1968 beteiligt, verwies die französische Regierung den deutschen Staatsbürger des Landes. Cohn-Bendit ("Der rote Dany") ist seither in Frankfurt am Main politisch und journalistisch tätig. (picture-alliance / dpa/epa)
Studentenunruhen in Paris im Mai 1968: Umringt von Studenten und Polizisten steht der Studentenführer Daniel Cohn-Bendit (M) vor der Sorbonne in Paris und singt die "Internationale". (picture-alliance / dpa/epa)

Was ist aus den Konflikten geworden, die die linken 68er aufs Tapet brachten: Hat sich linkes Erbe in eine rechte Pose verkehrt? Außerdem geht es in unserer heutigen Sendung um die Erschließung neuer gedanklicher Territorien und um den Weltlachtag.

Gemeinsam mit dem Soziologen Armin Nassehi blicken wir – 50 Jahre nach der legendären Besetzung der Pariser Sorbonne-Universität – durch die 68er-Brille auf die Gegenwart. Damals entzündete sich der gesellschaftliche Grundkonflikt entlang linker Motive, die Studentenbewegung machte sich für Inklusion und Pluralismus stark. Folgt man Nassehi, hat sich die damalige Inklusionspolitik heute in eine Identitätspolitik verwandelt, die symbolische Abgrenzungsbedürfnisse in ihr Zentrum rückt. Hat sich das linke Erbe der 68er also heute in eine implizit rechte Pose verkehrt?

Philosophischer Wochenkommentar: Weltlachtag

Ob in Parks, auf dem Feld oder in eigenen Clubs – um Punkt 14 Uhr wird rund um den Globus gemeinsam gelacht. Der Weltlachtag geht auf die Yoga-Lach-Bewegung zurück und versteht sich als Beitrag zu Gesundheit, Glück und Friede. Eine lustige Idee? David Lauer ist da anderer Ansicht. In seinem philosophischen Wochenkommentar argumentiert er, dass Lachen ohne Anlass seine Kraft verliert.

Bruno Latour und das "terrestrische Manifest"

Wenn Bruno Latour nachdenkt, dann über globale Zusammenhänge: Wie hängen Klimawandel, Gerechtigkeitsfragen und der gegenwärtige Erstarken des Nationalismus zusammen? Latour meint, wir müssen neues, gedankliches Territorium erschließen und entwirft eine "terrestrische" Politik. Wie genau die aussehen soll, das hat der französische Soziologe und Wissenschaftsphilosoph am Berliner Haus der Kulturen erläutert. Christian Berndt war für uns dabei.

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