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Musikfeuilleton | Beitrag vom 03.03.2019

"... sein Herz klang scheu im Saitenspiel"Der Dichter Robert Walser und die Musik

Von Richard Schroetter

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Robert Walser, um 1890 (https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Walser#/media/File:Robert_Walser.jpg)
Der junge Robert Walser, um 1890 (https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Walser#/media/File:Robert_Walser.jpg)

"Mir fehlt etwas, wenn ich keine Musik höre, und wenn ich Musik höre, fehlt mir erst recht etwas. Dies ist das Beste, was ich über Musik zu sagen weiß." So heißt es in einer Erzählung von Robert Walser, der die Musik auf seine ganz eigene Weise liebte.

Robert Walser (1878-1956) wurde als Dichter von Rang erst nach seinem Tod entdeckt. Seine poetischen Texte haben immer wieder Komponisten angezogen.

Nach zwei kürzeren Berlin-Aufenthalten (1897 und 1902) übersiedelt er 1905 in die Hauptstadt des deutschen Kaiserreichs, wo er anfangs bei seinem Bruder Karl wohnt. Karl hatte sich zu dieser Zeit als Maler, Illustrator und Bühnenbildner einen Namen gemacht.

Die Bühnenwelt inspiriert Robert Walser zu einer Reihe arabesker Prosaminiaturen über populäre Opern. Über "Don Giovanni" und die "Zauberflöte", "Fidelio", "Freischütz" und "Hoffmanns Erzählungen", über "Tannhäuser" und "Lohengrin". Von diesen scheint Mozarts "Don Giovanni" auf Walser den stärksten Eindruck hinterlassen zu haben.

Über die Salonwelt, in der er zeitweise in Berlin verkehrte, zieht er hin und wieder ganz gern her - ebenso über das Klavier als das Kultinstrument des Bürgertums. Ganz anders das Akkordeon, von Robert Walser umgangssprachlich als Handharfe bezeichnet, das einer anderen Sphäre entstammt und ihm besonders am Herzen liegt. Es gehört der Welt der einfachen, oft unterprivilegierten Leute, der fahrenden Gesellen an und besaß in bürgerlichen Kreisen keinen guten Ruf. 

Ein elementares Verhältnis besitzt Robert Walser zum Wahrnehmungsakt des Hörens. Was wir nicht alles an Wunderbarem mitbekommen - zufällig - aufs Geratewohl erlauschen, wenn wir nur unvoreingenommen die Ohren spitzen. Von allen Seiten dringen Geräusche und Klänge zu uns, die die Natur gleichsam wie von selbst produziert. Offen zu sein für alles, was der Schall uns nahe bringt, das ist Walsers erklärte Devise.

Im Gespräch mit dem Verleger, Herausgeber und Walser-Experten Bernhard Echte porträtiert Richard Schroetter den Dichter Robert Walser als Musikhörer.

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